Nach tödlichen Schüssen während eines Einsatzes der US-Einwanderungsbehörde ICE wächst der Druck auf die Behörden. Augenzeugen widersprechen der offiziellen Darstellung, wonach der Schusswaffengebrauch aus Notwehr erfolgt sei.
Der Fall sorgt erneut für Diskussionen über die Vorgehensweise von ICE bei Abschiebungs- und Kontrolleinsätzen in den USA.
Mexikaner stirbt nach Schüssen bei ICE-Einsatz
Der Vorfall ereignete sich bei einer Kontrolle in Houston im US-Bundesstaat Texas.
Dabei wurde der Mexikaner Lorenzo Salgado durch Schüsse eines ICE-Mitarbeiters verletzt. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht, erlag dort jedoch seinen Verletzungen.
Die US-Einwanderungsbehörde und das Heimatschutzministerium erklärten, der Einsatzbeamte habe aus Notwehr gehandelt.
Zeugen widersprechen offizieller Version
Nach Angaben von Augenzeugen sieht der Ablauf jedoch anders aus.
Laut GMX berichteten US-Medien, dass der Anwalt der Zeugen, Hugo Balderas-Ibarra, die Darstellung der Behörden zurückweist. Demnach habe Salgado sein Fahrzeug nicht als «tödliche Waffe» eingesetzt.
Die Zeugen erklärten, der ICE-Mitarbeiter habe sich nicht direkt vor dem Fahrzeug befunden. Stattdessen soll er von der Seite auf den Wagen geschossen und den Fahrer getroffen haben.
Behörden sprechen von Fluchtversuch
Das US-Heimatschutzministerium erklärte hingegen, Salgado habe versucht, sich einer Festnahme zu entziehen.
Nach Angaben der Behörde habe er sein Fahrzeug eingesetzt, um einen ICE-Beamten zu gefährden. Daraufhin habe der Mitarbeiter seine Dienstwaffe eingesetzt.
Die Ermittlungen sollen nun klären, welche Darstellung den tatsächlichen Ablauf des Vorfalls wiedergibt.
Angehörige sprechen von möglicher Verwechslung
Auch die persönlichen Hintergründe des Opfers sorgen für Diskussionen.
Nach Angaben der Familie lebte Salgado seit fast 35 Jahren in den USA. Er soll eine Arbeitsgenehmigung für sich und sein kleines Bauunternehmen beantragt haben.
Medienberichten zufolge könnte er möglicherweise mit einer anderen Person verwechselt worden sein, nach der ICE gesucht hatte.
Neuer Streit um Einsätze von ICE
Der Fall ist der erste tödliche Schusswaffeneinsatz von ICE-Mitarbeitern seit mehreren umstrittenen Todesfällen Anfang des Jahres.
Die Tötungen von Renee Good und Alex Pretti in Minneapolis hatten bereits Proteste gegen die Abschiebungspolitik der US-Regierung und gegen die Arbeit von ICE ausgelöst.






