Ein schneller Klick – und plötzlich landet eine zusätzliche Versicherung, ein Newsletter oder sogar eine Spende im Warenkorb.
Genau davor warnt jetzt der Konsumentenschutz.
Eine neue Untersuchung zeigt: Viele bekannte Schweizer Freizeit- und Kulturinstitutionen arbeiten beim Online-Ticketverkauf mit sogenannten Dark Patterns – also digitalen Tricks, die Kundinnen und Kunden beeinflussen sollen.
Betroffen sind unter anderem bekannte Namen wie Alpamare, Zoo Zürich, das KKL Luzern oder das Greenfield Festival.
Konsumentenschutz entdeckt massive Missstände
Der Konsumentenschutz untersuchte insgesamt 73 Webseiten von Freizeit- und Kulturanbietern.
Das Resultat fällt deutlich aus:
- 48 Webseiten verwendeten manipulative Dark Patterns
- Mehrere Anbieter verstossen laut Konsumentenschutz gegen Schweizer Recht
- Oft werden unnötig viele persönliche Daten verlangt
- Kundinnen und Kunden werden unter Zeitdruck gesetzt
Besonders häufig seien vorausgewählte Zusatzleistungen.
Dazu gehören:
- Ticketversicherungen
- freiwillige Spenden
- Newsletter-Anmeldungen
- kostenpflichtige Zusatzoptionen
Wer beim Kauf nicht genau hinschaut, bezahlt schnell mehr als geplant.
Countdown sorgt für Stress beim Ticketkauf
Ein weiterer Kritikpunkt sind aggressive Countdowns.
Viele Webseiten zeigen beim Buchungsvorgang eine ablaufende Zeit an.
Damit entsteht Druck.
Kundinnen und Kunden sollen möglichst schnell abschliessen – bevor sie versteckte Zusatzoptionen entdecken oder deaktivieren.
Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes, spricht von einem gravierenden Problem.
«Drei von vier Institutionen versuchen, Konsument:innen im Buchungsprozess mit Dark Patterns zu manipulieren.»
Die Organisation fordert unter anderem:
- keine vorausgewählten Häkchen mehr
- transparente Zusatzkosten
- Countdowns mit mindestens 20 Minuten Laufzeit
- weniger Datensammlung beim Ticketkauf
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Mehrere Webseiten bewegen sich laut Konsumentenschutz im illegalen Bereich
Besonders brisant:
Mindestens 13 untersuchte Webseiten sollen gegen Schweizer Recht verstossen.
Der Konsumentenschutz spricht von alarmierenden Zuständen.
Vor allem grosse und bekannte Institutionen müssten laut Sara Stalder eine Vorbildfunktion übernehmen.
«Gerade von grossen Institutionen erwarten wir, dass sie seriös arbeiten.»
Welche Anbieter konkret gegen gesetzliche Vorgaben verstossen haben sollen, wurde bislang nicht vollständig veröffentlicht.
Erste Anbieter reagieren bereits
Der öffentliche Druck zeigt offenbar Wirkung.
Laut Konsumentenschutz haben erste Anbieterinnen angekündigt, ihre Ticketshops anzupassen oder problematische Funktionen bereits entfernt.
Die Organisation will die Entwicklung weiter beobachten.
Was sind Dark Patterns überhaupt?
Dark Patterns sind digitale Designtricks.
Sie sollen Nutzerinnen und Nutzer gezielt beeinflussen – oft zum Vorteil der Anbieter.
Typische Beispiele:
- vorausgewählte Zusatzangebote
- künstlicher Zeitdruck
- versteckte Kündigungsoptionen
- schwer auffindbare Einstellungen
- verwirrende Buttons oder Formulierungen
Besonders problematisch wird es, wenn Konsumentinnen und Konsumenten dadurch unbeabsichtigt Geld ausgeben oder persönliche Daten preisgeben.
So können sich Konsument:innen schützen
Der Konsumentenschutz empfiehlt:
- alle Häkchen und Zusatzoptionen genau prüfen
- sich nicht von Countdowns stressen lassen
- unnötige Dateneingaben vermeiden
- Kaufprozesse bewusst langsam durchgehen
- Zusatzkosten vor Abschluss kontrollieren
Zusätzlich informiert die Plattform da-pa.ch über digitale Manipulationstechniken.
Dort können Nutzerinnen und Nutzer problematische Webseiten auch melden.






