Grenzkonflikt mit 47 Toten und fast einer Million Vertriebenen vorerst gestoppt
Drei Wochen Gewalt, dutzende Tote und Hunderttausende auf der Flucht.
Nun kommt Bewegung in einen lange schwelenden Konflikt in Südostasien.
Thailand und Kambodscha haben einen sofortigen Waffenstillstand vereinbart.
Waffenruhe tritt sofort in Kraft
Gemeinsame Erklärung der Verteidigungsminister
Thailand und Kambodscha haben sich in ihrem eskalierten Grenzkonflikt auf einen sofortigen Waffenstillstand geeinigt. In einer gemeinsamen Erklärung heisst es, dass die Waffenruhe unmittelbar nach Unterzeichnung in Kraft tritt und ab dem 27. Dezember um 12:00 Uhr Ortszeit gilt.
Der Konflikt hatte innerhalb von drei Wochen mindestens 47 Todesopfer gefordert. Nahezu eine Million Menschen wurden aus den umkämpften Grenzregionen vertrieben. Über die Vereinbarung berichtete laut ansa.it auch die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf kambodschanische Regierungsquellen.
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Keine Angriffe auf Zivilisten und Infrastruktur
Umfassender Waffenstillstand vereinbart
Der Waffenstillstand umfasst alle Arten von Waffen. Künftig sind Angriffe auf:
Zivilisten
zivile Ziele
kritische Infrastruktur
militärische Einrichtungen beider Seiten
untersagt – unabhängig vom Ort des Geschehens.
Beide Länder verpflichten sich zudem, sämtliche Truppenbewegungen einzufrieren und militärische Aktivitäten entlang der Grenze einzustellen.
Rückkehr der Zivilbevölkerung geplant
Minenräumung und Sicherheitskooperation
Ziel der Vereinbarung ist es, der Zivilbevölkerung in den betroffenen Grenzgebieten eine möglichst schnelle Rückkehr in ihre Heimatorte zu ermöglichen. Darüber hinaus sagten Thailand und Kambodscha eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Minenräumung zu.
Auch im Bereich der Cyberkriminalität wollen die beiden Staaten künftig enger kooperieren, um Sicherheitsrisiken über die Grenze hinweg zu bekämpfen.
Tempelstreit als Auslöser des Konflikts
ASEAN und internationale Akteure vermittelten
Die Kämpfe entzündeten sich zuletzt vor allem an mehreren antiken Tempelanlagen in umstrittenen Grenzgebieten. Der Waffenstillstand folgt auf dreitägige Grenzgespräche, die nach einem Krisentreffen der Aussenminister des südostasiatischen Staatenbundes ASEAN aufgenommen wurden.
Zusätzlichen Druck zur Einigung übten auch die Vereinigten Staaten, China und Malaysia aus. Bereits im Juli war eine Waffenruhe vereinbart worden, die jedoch nur wenige Tage hielt, bevor es erneut zu tödlichen Zusammenstössen kam.










