Tesla hat die Hinweise auf sein «Solar Roof» von der eigenen Website entfernt. Das vor rund einem Jahrzehnt als Solardach der Zukunft vorgestellte System kämpfte mit hohen Kosten und technischen Problemen. Während das Projekt in den USA offenbar ausläuft, sind Solarziegel anderer Anbieter weiterhin auf dem Markt – auch in der Schweiz.
Tesla hatte das «Solar Roof» ursprünglich als Alternative zu herkömmlichen Solarmodulen positioniert. Statt aufgesetzter Photovoltaik-Panels sollten speziell entwickelte Solarziegel direkt in die Dachfläche integriert werden und dabei eine optisch ansprechendere Lösung bieten.
Inzwischen deutet vieles darauf hin, dass das ambitionierte Projekt gescheitert ist. Tesla hat die entsprechenden Inhalte von seiner Website entfernt. Wer nach dem Solar Roof sucht, wird stattdessen zu den herkömmlichen Solarpanel-Angeboten des Unternehmens weitergeleitet.
Hohe Kosten machten das Konzept unattraktiv
Ein wesentliches Problem waren die Kosten. Das Tesla-Dach galt von Beginn an als Premiumprodukt und wurde durch die vergleichsweise geringe Produktionsmenge zusätzlich teuer.
Bei klassischen Solarmodulen entwickelte sich der Markt dagegen in die andere Richtung. Die weltweite Massenproduktion standardisierter Panels führte zu deutlich sinkenden Preisen. Für das aufwendigere System von Tesla wurde es damit zunehmend schwieriger, preislich mit herkömmlichen Photovoltaikanlagen zu konkurrieren.
Nach Berichten von TechCrunch sollen einzelne Kunden mit Kostenvoranschlägen von bis zu 200’000 US-Dollar konfrontiert worden sein.
Damit verlor das Konzept einen wichtigen Vorteil: Die Integration der Photovoltaik in die Dachfläche war zwar optisch attraktiv, rechtfertigte für viele Kunden aber offenbar nicht den erheblichen Mehrpreis gegenüber klassischen Solarmodulen.
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Hitze und Leistungsprobleme
Neben den Kosten sorgten auch technische Fragen für Probleme. Die Solarziegel liegen flacher auf dem Dach als herkömmliche Solarmodule, wodurch die Luftzirkulation unter der Photovoltaik eingeschränkt sein kann.
Berichten zufolge kam es dadurch teilweise zu einem Wärmestau unter den Ziegeln. In einzelnen Fällen sollen Materialien beschädigt oder Unterlagen durch die Hitze beeinträchtigt worden sein. Zudem berichteten Kunden über eine nachlassende Leistung der Solarziegel bei hohen Temperaturen.
Eine geringere Stromproduktion bei Hitze ist grundsätzlich auch bei herkömmlichen Photovoltaikmodulen bekannt. Beim Tesla-System wurde jedoch zusätzlich die eingeschränkte Kühlung der integrierten Konstruktion zum Problem.
Solarziegel bleiben eine Alternative
Das Ende des Tesla-Projekts bedeutet allerdings nicht, dass sich Solardächer mit integrierten Solarziegeln generell nicht durchsetzen können. Andere Hersteller verfolgen das Konzept weiterhin und setzen auf speziell entwickelte Lösungen für eine optisch möglichst einheitliche Dachfläche.
Auch in der Schweiz gibt es entsprechende Projekte. Beim Collège des Parcs in Neuchâtel wurde das Dach des Schulgebäudes im Auftrag der Stadt mit Solarziegeln der Schweizer Firma Freesuns saniert.
Damit zeigt sich ein Unterschied zwischen dem gescheiterten Tesla-Produkt und der Technologie an sich: Während Tesla sein Solar Roof offenbar nicht mehr weiterverfolgt, bleiben integrierte Photovoltaiklösungen für Gebäude ein Teil des Solarmarktes.






