Nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike in den USA zieht der Leiter der Strafvollzugsbehörde von Tennessee Konsequenzen. Frank Strada wird sein Amt noch in diesem Monat niederlegen. Eine unabhängige Untersuchung soll klären, weshalb die 50-Jährige zwei Dosen des tödlichen Medikaments überlebte.
Der Leiter der Strafvollzugsbehörde des US-Bundesstaates Tennessee, Frank Strada, tritt nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike zurück. Gouverneur Bill Lee gab am Samstag bekannt, dass Strada sein Amt noch im Oktober niederlegen werde. Der Behördenchef erklärte, sein Rückzug sei «im besten Interesse der Bevölkerung von Tennessee».
Die Entscheidung fällt inmitten wachsender Kritik am Ablauf der Hinrichtung. Eine unabhängige Untersuchung soll nun klären, weshalb Pike die Vollstreckung durch eine Giftspritze überlebte. Wer die Strafvollzugsbehörde vorübergehend leiten wird, soll zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.
Christa Pike überlebte zwei Giftspritzen
Die 50-jährige Christa Pike sollte am Mittwoch durch eine Giftspritze hingerichtet werden. Nach Angaben ihrer Anwälte überlebte sie jedoch zwei Dosen des vorgesehenen Medikaments Pentobarbital. Zuletzt soll Pike weiterhin bewusstlos und an ein Beatmungsgerät angeschlossen gewesen sein.
Die Behörden in Tennessee haben bislang keine Erklärung dafür vorgelegt, weshalb das Medikament nicht zum Tod der Verurteilten führte. Die genauen Umstände der gescheiterten Hinrichtung sind Gegenstand der angeordneten Untersuchung.
Laut GMX steht der Strafvollzug in Tennessee nach dem Vorfall zunehmend unter Druck. Die Ereignisse haben eine erneute Diskussion über die Todesstrafe und die Methoden ihrer Vollstreckung ausgelöst.
Unabhängige Untersuchung soll Ursachen klären
Gouverneur Bill Lee ordnete eine unabhängige Untersuchung an, um den Ablauf der Hinrichtung und mögliche Fehler zu prüfen. Dabei soll geklärt werden, weshalb die vorgesehenen Medikamente nicht wie erwartet wirkten und ob die geltenden Abläufe eingehalten wurden.
Der Rücktritt Stradas erfolgt, während die Untersuchung noch läuft. Ob daraus weitere personelle oder organisatorische Konsequenzen entstehen, ist derzeit offen. Die Debatte über die Todesstrafe in den USA dürfte durch den Fall erneut an Bedeutung gewinnen.






