In Tirana gehen erneut Tausende Menschen auf die Strasse und fordern den Rücktritt von Premierminister Edi Rama. Die Proteste richten sich unter anderem gegen ein geplantes Luxusprojekt mit Verbindungen zur Familie von US-Präsident Donald Trump. Es war bereits die 42. Nacht in Folge mit Demonstrationen.
Wie ANSA berichtet, versammelten sich die Demonstranten in der albanischen Hauptstadt und protestierten gegen das geplante Tourismusprojekt im Naturschutzgebiet Zvernec. Die geschätzten Kosten des Vorhabens belaufen sich auf rund 4,6 Milliarden US-Dollar.
Proteste gegen Luxusprojekt und Regierung
Die Demonstrierenden schwenkten albanische Flaggen und riefen Parolen gegen Premierminister Edi Rama. Sie werfen der Regierung mangelnde Transparenz vor und verlangen eine Untersuchung möglicher Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Projekt.
Die geplante Anlage, die unter anderem ein Luxushotel umfassen soll, steht wegen ihrer Lage in einem sensiblen Naturgebiet in der Kritik. Die Bewegung wird auch als „Flamingo-Revolution“ bezeichnet, da die rosafarbenen Vögel in dem betroffenen Schutzgebiet leben. Viele Teilnehmer tragen deshalb Plastikflamingos als Symbol ihres Protests.
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Kritik an Kanye-West-Konzert
Zusätzlich richteten sich die Proteste gegen ein Konzert des US-Rappers Kanye West, der sich inzwischen „Ye“ nennt. Der Künstler steht wegen früherer antisemitischer Aussagen international in der Kritik.
Premierminister Edi Rama hatte West vor dem Auftritt in seinem Büro empfangen und später Bilder der Veranstaltung veröffentlicht. Dies sorgte bei vielen Demonstranten für weitere Kritik.
Tägliche Demonstrationen in Tirana
Nach Angaben von Beobachtern vor Ort nehmen täglich Tausende Menschen an den Protesten teil. Die Demonstrationen dauern inzwischen seit mehr als sechs Wochen an.
Die Regierung hat sich bislang nicht zu einem möglichen Rückzug des Projekts geäussert. Die Protestbewegung fordert weiterhin mehr Transparenz und politische Konsequenzen.





