Indien statt Islamabad: Taliban demonstrieren Unabhängigkeit
Mit einem Lächeln im Gesicht und umgeben von jubelnden Anhängern – so trat der Taliban-Aussenminister Amir Khan Muttaqi bei seinem Besuch in Indien auf. Ein Empfang wie für einen Staatsstar.
Doch sein Auftritt fand nicht in Kabul, sondern im nordindischen Deoband-Seminar statt – dem ideologischen Ursprung des Taliban-Dschihad.
Taliban wenden sich ab – neue Allianzen, neue Feinde
Der Besuch war eine Machtdemonstration:
Indien, einst ein erbitterter Gegner der Taliban, wertete nun sogar seine diplomatische Vertretung in Kabul auf.
Indem Muttaqi das Zentrum der Deobandi-Schule betrat, sandte er eine klare Botschaft: Die Taliban wollen sich von Pakistan emanzipieren – sogar auf ideologischer Ebene.
Laut nytimes.com sahen Analysten darin ein gezieltes Signal an das pakistanische Militär, das jahrzehntelang als inoffizieller Unterstützer der Taliban galt – und heute als Kontrahent.
Bomben nach Besuch: Eskalation zwischen den Nachbarn
Nur Stunden nach Muttaqis Ankunft in Indien griff Pakistan Kabul mit Luftschlägen an – eine Eskalation, die beide Länder für eine Woche an den Rand eines neuen Krieges brachte.
Pakistan wirft den afghanischen Taliban vor:
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Kämpfer der pakistanischen Taliban zu beherbergen
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Angriffe auf pakistanische Sicherheitskräfte zu tolerieren
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Grenzübergreifenden Dschihad zu fördern
Die Taliban bestreiten diese Vorwürfe nicht vollständig – im Gegenteil, sie bekennen sich offen zur ideologischen Verwandtschaft mit den pakistanischen Taliban.
„Frankenstein-Monster“: Pakistans Unterstützung rächt sich
David B. Edwards, Anthropologe am Williams College, beschreibt die Taliban als „Frankenstein-Monster“:
„Pakistan glaubte, es könne die Bewegung kontrollieren – jetzt hat sie sich verselbstständigt.“
Ein zentraler Konfliktpunkt bleibt die historische Durand-Linie – eine Kolonialgrenze aus dem 19. Jahrhundert, die Paschtunenstämme teilt. Afghanistan erkennt sie bis heute nicht an.
Nationalismus statt Dankbarkeit
In Reden bei öffentlichen Versammlungen wird der neue Ton deutlich:
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Taliban-Vertreter bezeichnen pakistanische Soldaten abfällig – wie einst US-Truppen.
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Der Vize-Innenminister Omari verspottete Pakistans Premier als „Trump-Marionette“.
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Und: Taliban-Führer warnen offen vor einem neuen Dschihad – diesmal gegen Pakistan.
„Wir haben Kämpfer, die nur auf den nächsten Krieg warten“, sagte Omari.
Indien nutzt die Lücke – ideologisch und strategisch
Dass Indien den Taliban-Aussenminister so herzlich empfing, ist nicht nur ein symbolischer Triumph.
Es ist ein diplomatischer Schachzug, um Pakistan weiter zu isolieren.
Afghanische Funktionäre loben offen die Rückkehr zur ideologischen Mutter – der Deoband-Schule in Indien. Dort, wo alles begann, aber nicht in Pakistan fortgeführt werden soll.
Fazit: Der Dschihad hat eine neue Richtung – und einen alten Feind
Die Taliban zeigen, dass sie weder ideologisch noch geopolitisch abhängig von Pakistan bleiben wollen.
Und Indien scheint entschlossen, diese neue Realität zu nutzen.










