Die syrische Regierung hat erstmals ein direktes Treffen ihres Aussenministers Asaad al-Schaibani mit hochrangigen israelischen Vertretern bestätigt. Die Gespräche fanden unter Vermittlung der USA in Jordaniens Hauptstadt Amman statt und sollen zur Deeskalation nach jüngsten militärischen Spannungen beitragen.
Syrien und Israel befinden sich seit Jahrzehnten offiziell im Kriegszustand. Einen Friedensvertrag zwischen den beiden Staaten gibt es bis heute nicht. Nun suchen die Regierungen angesichts der jüngsten Spannungen erstmals auf direktem Weg das Gespräch.
Laut GMX bestätigte eine Quelle aus dem syrischen Aussenministerium, dass Aussenminister Asaad al-Schaibani in Amman mit hochrangigen israelischen Vertretern zusammengetroffen sei. Vermittelt worden seien die Gespräche von den Vereinigten Staaten.
Gespräche sollen Spannungen in Syrien abbauen
Nach Angaben aus Damaskus waren die Gespräche Teil der Bemühungen, die Spannungen nach den jüngsten israelischen Angriffen auf syrisches Gebiet zu deeskalieren. Zudem sollte über die Lage im Süden Syriens und über Möglichkeiten zur Stabilisierung des Landes und der Region gesprochen werden.
Von israelischer Seite sollen nach Berichten des Nachrichtenportals Axios und des Senders N12 hochrangige Vertreter an den Gesprächen beteiligt gewesen sein. Zu den genannten Teilnehmern gehörte demnach auch der Mossad-Chef Roman Gofman.
Das direkte Treffen kam nach Tagen verstärkter militärischer Aktivitäten Israels in Syrien zustande. Weitere Einzelheiten über mögliche Vereinbarungen oder konkrete Ergebnisse der Gespräche wurden zunächst nicht bekannt.
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Israelische Einsätze in Syrien haben Spannungen erhöht
Nach dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad Ende 2024 weitete Israel seine militärischen Aktivitäten im südlichen Syrien aus. Israelische Truppen rückten zudem in eine von den Vereinten Nationen überwachte entmilitarisierte Pufferzone zwischen den von Israel kontrollierten Golanhöhen und Syrien vor.
Die israelische Armee greift weiterhin regelmässig Ziele auf syrischem Staatsgebiet an. Israel begründet solche Einsätze unter anderem mit der Zerstörung von Waffenlagern und militärischer Infrastruktur sowie mit der Abwehr möglicher Bedrohungen.
Zuletzt sorgte ein israelischer Angriff auf einen Militärflugplatz im Nordwesten Syriens auch für neue Spannungen mit der Türkei. Damaskus und Ankara verurteilten den Angriff als Verletzung der syrischen Souveränität.
Golanhöhen bleiben zentraler Streitpunkt
Trotz der direkten Gespräche bleibt eine grundlegende Frage zunächst ausgeklammert: der Status der Golanhöhen. Das Gebiet wurde 1967 von Israel besetzt und 1981 annektiert. International wird diese Annexion jedoch nicht anerkannt.
Israel und Syrien befinden sich seit 1948 offiziell im Kriegszustand. Mehrere frühere Versuche, einen dauerhaften Friedensvertrag auszuhandeln, blieben ohne Erfolg.
Nach Angaben aus dem syrischen Aussenministerium bekräftigte Damaskus auch bei den aktuellen Bemühungen seinen Standpunkt, dass die Golanhöhen syrisches Hoheitsgebiet seien. Eine Diskussion über den endgültigen Status des Gebiets sei derzeit jedoch noch verfrüht.
Unmittelbare Priorität habe aus syrischer Sicht zunächst der Rückzug israelischer Streitkräfte auf die Positionen vor dem politischen Machtwechsel in Syrien. Ob die nun bestätigten direkten Gespräche zu einer dauerhaften diplomatischen Annäherung führen können, bleibt offen.






