Swisscom, Sunrise und Salt müssen für die künftige Nutzung der Schweizer Mobilfunkfrequenzen mindestens 854,7 Millionen Franken bezahlen. Die Eidgenössische Kommunikationskommission (Comcom) will die derzeit genutzten Frequenzen 2027 neu versteigern. Die neuen Konzessionen sollen von Anfang 2029 bis Ende 2043 gelten.
Die Comcom hat am Dienstag in Bern die Bedingungen für die geplante Auktion bekannt gegeben. Die Versteigerung soll voraussichtlich im zweiten Quartal 2027 stattfinden.
Die Telekomunternehmen können ihre Bewerbungsdossiers bis zum 3. Dezember 2026 einreichen. Der Startpreis für die Frequenzen beträgt insgesamt 854,7 Millionen Franken, sofern für sämtliche angebotenen Frequenzen eine Nachfrage besteht.
Frequenzen laufen 2028 aus
Unter den Hammer kommen jene Mobilfunkfrequenzen, die 2012 vergeben wurden und heute von Swisscom, Sunrise und Salt genutzt werden. Die entsprechenden Konzessionen laufen 2028 aus und müssen deshalb neu vergeben werden.
Die neuen Konzessionen werden für 15 Jahre erteilt. Die Laufzeit beginnt Anfang 2029 und endet Ende 2043.
Die Auktion ist für die drei grossen Schweizer Mobilfunkanbieter von zentraler Bedeutung. Über die entsprechenden Frequenzbereiche werden mobile Kommunikationsdienste wie Telefonie und Datenübertragung ermöglicht.
Der von der Comcom festgelegte Mindestpreis bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Bund am Ende 854,7 Millionen Franken einnimmt. Der tatsächliche Erlös hängt davon ab, wie viele Frequenzen nachgefragt werden und wie intensiv die Unternehmen im Auktionsverfahren bieten.
In früheren Versteigerungen kam es bereits vor, dass einzelne Frequenzen nicht verkauft werden konnten. Diese gingen anschliessend an den Bund zurück.
Comcom will Einnahmen nicht maximieren
Die Comcom betont, dass die Auktion nicht primär auf eine möglichst hohe Einnahme für den Bund ausgerichtet ist. Frequenzen seien ein knappes öffentliches Gut, für deren Nutzung gemäss den gesetzlichen Vorgaben ein angemessenes Entgelt bezahlt werden müsse.
Wie viel Geld der Bund mit der Auktion tatsächlich einnehmen wird, kann die Comcom nach eigenen Angaben nicht verlässlich prognostizieren. Ausschlaggebend seien insbesondere die Nachfrage nach den einzelnen Frequenzpaketen und das Bietverhalten der teilnehmenden Unternehmen.
Damit steht für Swisscom, Sunrise und Salt im kommenden Jahr ein bedeutendes Bieterverfahren bevor. Die Unternehmen müssen entscheiden, welchen Umfang an Frequenzen sie für ihre Mobilfunknetze ab 2029 benötigen und welchen Preis sie dafür zu bezahlen bereit sind.
Die neuen Konzessionen sichern den Anbietern anschliessend die Nutzung der ersteigerten Frequenzen bis Ende 2043.






