Swisscom hat im ersten Halbjahr 2026 weniger Umsatz erzielt, gleichzeitig aber den Gewinn deutlich gesteigert. Der Umsatz sank wegen des rückläufigen Telekomgeschäfts und der schwachen Entwicklung des Euro um 3 Prozent auf 7,2 Milliarden Franken. Dank Kostensenkungen und Synergien stieg der Reingewinn um 6,9 Prozent.
Umsatz sinkt wegen Telekomgeschäft und Euro
Von Januar bis Ende Juni erzielte Swisscom einen Umsatz von 7,2 Milliarden Franken. Damit lag der Wert 3 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums.
Hauptgrund war das Telekomgeschäft in der Schweiz, dessen Umsatz um 2,1 Prozent zurückging. Der zunehmende Konkurrenzdruck belastet den Schweizer Telekommarkt. Swisscom hatte deshalb bereits im April die Preise für Millionen Kundinnen und Kunden erhöht. Bei der Zweitmarke Wingo ist im September eine weitere Preiserhöhung geplant.
Zusätzlich belastete die Entwicklung des Euro das Ergebnis. Vor allem die Einnahmen aus dem Italien-Geschäft wurden durch den schwächeren Wechselkurs reduziert. Zu konstanten Wechselkursen wäre der Konzernumsatz lediglich um 2 Prozent zurückgegangen.
Kostensenkungen treiben Gewinn nach oben
Trotz des rückläufigen Umsatzes konnte Swisscom ihre Profitabilität verbessern. Der Betriebsgewinn stieg um 3,3 Prozent auf 2,56 Milliarden Franken. Ohne den negativen Währungseffekt hätte das Wachstum laut Konzern 3,7 Prozent betragen.
Noch stärker entwickelte sich der Reingewinn. Dieser erhöhte sich um 6,9 Prozent auf 668 Millionen Franken.
Swisscom führt die Verbesserung insbesondere auf Kosteneinsparungen in der Schweiz sowie auf Synergien aus der Zusammenlegung der Mailänder Gesellschaften Fastweb und Vodafone Italia zurück. Auch das IT-Geschäft leistete einen höheren Beitrag zum Ergebnis.
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Swisscom baut Stellen in der Schweiz ab
Im Schweizer Telekomgeschäft erzielte Swisscom in den ersten sechs Monaten Einsparungen von 42 Millionen Franken. Damit sieht sich der Konzern auf Kurs, sein Sparziel von mehr als 50 Millionen Franken für das Gesamtjahr 2026 zu erreichen.
Die Einsparungen haben auch Auswirkungen auf die Beschäftigung. Ende Juni beschäftigte Swisscom in der Schweiz noch 14’764 Vollzeitkräfte. Das waren 848 weniger als ein Jahr zuvor.
Gleichzeitig plant der Konzern den Aufbau eines neuen Standorts in Lissabon. Dort sollen ausgewählte Dienstleistungen in den Bereichen IT, Softwareentwicklung und Finanzen angesiedelt werden.
Gewerkschaft kritisiert Standort in Lissabon
Swisscom will in Lissabon zunächst mit rund 40 Mitarbeitenden starten. Mittelfristig soll der Standort auf etwa 200 Angestellte wachsen. Der neue Standort soll die bestehenden Auslandsstandorte in Riga und Rotterdam ergänzen.
Die Gewerkschaft Syndicom kritisiert diese Pläne. Sie bemängelt insbesondere, dass Swisscom gleichzeitig in der Schweiz Stellen abbaut und hochwertige Funktionen im Ausland aufbauen will.
Syndicom fordert deshalb ein stärkeres Bekenntnis zum Schweizer Werkplatz und zu den Arbeitsplätzen in der Schweiz. Swisscom begründet den Ausbau in Portugal mit der Ergänzung der bestehenden internationalen Standorte und der Bündelung bestimmter Technologie- und Unternehmensdienstleistungen.
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