Swiss Life baut bis Ende 2028 rund 600 Stellen ab, obwohl der Versicherer im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Gewinn erzielt hat. Der Abbau betrifft knapp sechs Prozent der rund 11’000 Stellen und erfolgt etwa zur Hälfte in der Schweiz und im Ausland. Gleichzeitig plant Swiss Life neue Einsparungen und ein Aktienrückkaufprogramm über 250 Millionen Franken.
Der Stellenabbau soll laut Swiss Life bis Ende 2028 abgeschlossen werden. Ein grosser Teil der Reduktion soll über die natürliche Fluktuation erfolgen. Betroffen sind vor allem Stellen im Innendienst, während die Beraterinnen und Berater vom Abbau nicht betroffen sein sollen.
CEO Matthias Aellig begründet den Schritt mit dem langfristigen Blick über die aktuelle Strategieperiode hinaus. Swiss Life befinde sich bei seinem bis Ende 2027 laufenden Programm in der Mitte und sei bei den gesetzten Zielen gut auf Kurs. Gleichzeitig müsse die operative Effizienz auch danach weiter verbessert werden.
Digitalisierung und KI sollen Effizienz steigern
Ein wichtiger Grund für die geplanten Einsparungen ist die fortschreitende Digitalisierung. Auch Künstliche Intelligenz soll dazu beitragen, interne Abläufe effizienter zu gestalten.
Swiss Life nennt unter anderem interne Reportings als Beispiel für Prozesse, die durch Digitalisierung vereinfacht werden können. Zudem gebe es innerhalb des Unternehmens Doppelspurigkeiten, die beseitigt werden sollen.
Mit dem Stellenabbau will Swiss Life langfristig rund 150 Millionen Franken einsparen. Die vollständige Wirkung des Programms soll ab 2029 sichtbar werden. Zunächst entstehen durch die Umsetzung allerdings zusätzliche Kosten.
Für die betroffenen Mitarbeitenden bedeutet der angekündigte Abbau trotz der guten Geschäftsentwicklung eine Veränderung. Swiss Life setzt dabei nach eigenen Angaben zu einem grossen Teil auf natürliche Fluktuation und damit auf Stellen, die durch Abgänge ohnehin frei werden.
Gewinn steigt auf 649 Millionen Franken
Der angekündigte Stellenabbau fällt in eine Phase mit starken Geschäftszahlen. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte Swiss Life den Reingewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf 649 Millionen Franken.
Der Betriebsgewinn erhöhte sich um 7 Prozent auf 967 Millionen Franken. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Finanzberatung, Vorsorgeprodukten und Vermögensverwaltung. Dieser Bereich steuerte 430 Millionen Franken zum Betriebsgewinn bei, was einem Anstieg von 10 Prozent entspricht.
Swiss Life will insbesondere bei den sogenannten Fee-Einnahmen weiter wachsen. Im ersten Halbjahr erhöhten sich diese um 5 Prozent auf 1,34 Milliarden Franken.
Auch das Versicherungsgeschäft entwickelte sich positiv. Die Bruttoprämien stiegen um 2 Prozent auf 12,3 Milliarden Franken. Nach Angaben des Versicherers konnte Swiss Life damit in der Schweiz und in Deutschland Marktanteile beziehungsweise die Marktleistung ausbauen.
Swiss Life startet neues Aktienrückkaufprogramm
Auch bei der Kapitalausstattung sieht sich der Versicherer gut positioniert. Die SST-Quote, eine wichtige Kennzahl für die Kapitalisierung von Versicherungsunternehmen, lag zur Jahresmitte bei rund 215 Prozent. Swiss Life strebt eine Quote zwischen 140 und 190 Prozent an.
Nach dem Abschluss des bisherigen Aktienrückkaufprogramms Ende Mai kündigte Swiss Life deshalb ein neues Programm an. Ab dem 1. Oktober 2026 sollen bis Ende März 2027 Aktien im Umfang von insgesamt 250 Millionen Franken zurückgekauft werden.
Trotz der guten Halbjahreszahlen reagierte die Börse zunächst zurückhaltend. Die Swiss-Life-Aktie lag am Mittag leicht im Minus. Analysten würdigten zwar den Gewinn und das neue Rückkaufprogramm, gleichzeitig wurde der geplante Stellenabbau kritisch beurteilt.
Ein Teil der Marktteilnehmer sieht in der Ankündigung ein Signal für zusätzliche Unsicherheiten bei der künftigen Entwicklung. Damit bleibt die Reaktion der Börse trotz der über den Erwartungen liegenden Gewinnzahlen verhalten.
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