Ältere Arbeitnehmende spielen in Schweizer Unternehmen eine deutlich grössere Rolle als oft angenommen. Eine neue Studie zeigt: Die Generation 60plus gilt als wertvoll – und könnte künftig noch länger im Erwerbsleben bleiben.
Gleichzeitig wächst der Druck auf den Arbeitsmarkt, da immer mehr Menschen in Pension gehen und weniger junge nachrücken.
Unternehmen sehen grosses Potenzial bei 60plus
Eine Studie mit rund 500 Führungskräften und HR-Verantwortlichen zeigt, dass ältere Mitarbeitende in Unternehmen sehr geschätzt werden. Besonders hervorgehoben werden Erfahrung, Verlässlichkeit und Fachwissen.
Laut Arbeitgebern gelten insbesondere folgende Eigenschaften als zentrale Stärken:
- langjährige Erfahrung und Know-how
- hohe Loyalität und Verantwortungsbewusstsein
- ausgeprägte Fachkompetenz
- starke Verankerung in der Unternehmenskultur
- gute Kunden- und Partnernetzwerke
Die Zustimmung zu diesen Punkten liegt laut Studie bei rund 90 Prozent oder höher.
Demografischer Druck auf den Arbeitsmarkt
Der sogenannte Generationenvertrag steht zunehmend unter Druck. Seit 2020 verlassen mehr Menschen den Arbeitsmarkt, als neue Arbeitskräfte nachrücken.
Analysen der Schweizerischen Nationalbank gehen davon aus, dass in den kommenden zehn Jahren eine Lücke von rund 400’000 Arbeitskräften entstehen könnte.
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Arbeiten bis 67: eher positiv bewertet
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die Einschätzung eines höheren Referenzalters. Viele Unternehmen bewerten ein Arbeiten bis 67 Jahren tendenziell positiv, sehen jedoch Anpassungsbedarf bei der Umsetzung.
Die Mehrheit der Betriebe orientiert sich weiterhin am aktuellen Referenzalter, doch Frühpensionierungen bleiben verbreitet.
Handlungsbedarf bei Unternehmen
Trotz der positiven Einschätzung sehen die Studienautoren klare Lücken in der Praxis. Verbesserungsbedarf besteht insbesondere bei:
- gezielter Weiterbildung für ältere Mitarbeitende
- individueller Planung des Übergangs in die Pension
- Gesundheitsförderung im Arbeitsalltag
- aktiver Rekrutierung von Personen über 60
Politik und Arbeitgeber gefordert
Die Studie empfiehlt sowohl Unternehmen als auch der Politik, Massnahmen zur besseren Integration älterer Arbeitskräfte zu prüfen.
Dazu gehören flexiblere Rentenmodelle, finanzielle Anreize für längeres Arbeiten sowie strukturelle Anpassungen im Arbeitsmarkt.






