Wie soll die Schweiz mit ehemaligen Armeewaffen umgehen, die in privaten Haushalten liegen?
Diese Frage sorgt im Parlament für eine kontroverse Debatte.
Im Zentrum steht ein Vorstoss, der den Einzug ungenutzter Waffen vorsieht.
Politischer Vorstoss im Nationalrat
Ausgelöst wurde die Diskussion durch eine Motion von Nationalrätin Priska Seiler Graf.
Sie fordert, dass ehemalige Armee-Schusswaffen eingezogen werden, wenn sie über Jahre nicht mehr für den Schiesssport genutzt werden – konkret nach zehn Jahren Inaktivität.
Der Nationalrat wird das Geschäft in der Sommersession behandeln.
Ziel: weniger Waffen im privaten Besitz
Unterstützerinnen und Unterstützer sehen im Vorschlag vor allem ein Sicherheitsanliegen. Hintergrund sind Fälle häuslicher Gewalt, bei denen Schusswaffen eine Rolle spielten.
Auch der Bundesrat unterstützt den Grundgedanken der Motion.
Kritik aus Schiesssport und Verbänden
Widerstand kommt unter anderem vom Schweizer Schiesssportverband.
Die Argumente:
- Eingriff in Tradition und Milizsystem
- Belastung für Sportschützen
- Kritik an pauschalen Regeln
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Auch Interessengruppen wie Pro Tell sprechen von einem unverhältnismässigen Eingriff ins Eigentum.
Hintergrund: Waffen im privaten Besitz
Laut Studien gibt es in der Schweiz Millionen Schusswaffen in Privathaushalten. Viele davon stammen aus früheren Armeebeständen.
Typische Besitzer sind häufig Männer mittleren Alters, oft mit Bezug zum Schiesssport.
Gleichzeitig zeigt Forschung, dass sich die Besitzstrukturen in den letzten Jahren verändert haben: Immer weniger Dienstwaffen werden nach der Armeezeit behalten.
Zweite Motion im Parlament
Parallel liegt ein weiterer Vorstoss im Nationalrat:
Marionna Schlatter fordert eine bessere Erfassung von Daten bei Tötungsdelikten mit Schusswaffen.
Ziel ist es, Herkunft und Art der verwendeten Waffen systematisch zu dokumentieren, um Prävention zu verbessern.
Einordnung der Debatte
Im Kern treffen zwei Perspektiven aufeinander:
- mehr Sicherheit durch strengere Kontrolle
- Schutz von Tradition, Eigentum und Schiesssport
Die politische Entscheidung dürfte entsprechend umstritten ausfallen.
Die Diskussion um ehemalige Armeewaffen zeigt ein klassisches Spannungsfeld zwischen Sicherheitspolitik und Freiheitsrechten.






