Morgen ist der internationale Tag gegen Foie gras – und in der Schweiz brodelt die Diskussion.
Obwohl die grausame Produktion hier verboten ist, bleibt der Import erlaubt.
Jetzt verlangen Tierschutzorganisationen einen Gegenvorschlag, der wirklich etwas verändert.
Warum die Stopfleber-Debatte jetzt Fahrt aufnimmt
Die Volksinitiative «Ja zum Importverbot für Stopfleber» will eine klare Lücke schliessen:
Produktion verboten – aber Import erlaubt.
Tierschutzorganisationen fordern nun einen starken Gegenvorschlag, der weit über eine reine Deklarationspflicht hinausgeht.
Welche Organisationen Druck machen
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Stiftung für das Tier im Recht (TIR)
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Schweizer Tierschutz STS
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Zürcher Tierschutz
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Sentience
Alle fünf Organisationen sind sich einig: Nur Transparenz reicht nicht – es braucht echte Reduktionen.
Was der Gegenvorschlag aktuell vorsieht
Der indirekte Gegenvorschlag, der bis zum 7. Dezember in der Vernehmlassung steht, plant:
Geplante Massnahmen
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Verankerung der Deklarationspflicht im Gesetz statt in einer Verordnung
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Einführung eines Monitorings über die Importmengen
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Wenn innerhalb 5 Jahren keine deutliche Reduktion erfolgt → weitere Massnahmen bis hin zu einem Einfuhrverbot
Die Tierschutzorganisationen begrüssen vor allem das Monitoring, fordern jedoch:
klare Kriterien
jährliche Berichte an den Bundesrat
transparente Auswertung der erzielten Effekte
Warum Monitoring allein nicht genügt
Lauretta Eckhardt, Policy Manager bei VIER PFOTEN Schweiz, erklärt:
«Das Monitoring muss zeigen, ob eine Reduktion wirklich auf die Deklarationspflicht zurückzuführen ist – und nicht auf externe Faktoren wie Vogelgrippe oder Marktschwankungen.»
Nur so könne der Bund prüfen, ob weiterführende Schritte notwendig sind.
Welche Massnahmen sinnvoll sind – und welche nicht
Ja: Mehr Information & Transparenz
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Informationskampagnen
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Kennzeichnungen mit klaren Hinweisen
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Bilder der Stopfleberproduktion zur Bewusstseinsbildung
Diese Mittel können Konsumentinnen und Konsumenten zu einer informierten Kaufentscheidung bewegen.
Nein: Untaugliche oder kontraproduktive Ideen
Untaugliche Massnahmen laut Tierschutzorganisationen
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Label-Beschränkungen (z. B. „Label Rouge“)
→ Diese Labels sind keine Tierschutzlabels, oft sogar belastender. -
Zeitlich begrenzte Einfuhr (z. B. nur zu Festtagen)
→ Würde lediglich zu gebündelten Importen führen.
Die Organisationen betonen:
Solche Massnahmen verschleiern das Problem – sie lösen es nicht.
Ziel bleibt klar: Tierleid durch Zwangsfütterung reduzieren
Alle beteiligten Organisationen kommen zum gleichen Schluss:
«Wenn die Kennzeichnungspflicht und flankierende Massnahmen nicht wirken, braucht es ein Einfuhrverbot.»
Nur so könne die Schweiz konsequent gegen Tierquälerei in der Stopfleberproduktion vorgehen.
Die Debatte um Foie gras ist längst nicht beendet – aber sie bewegt.










