Steuern und Pensionierung sind eng miteinander verbunden. Wer frühzeitig plant, kann seine Steuerlast deutlich senken und im Ruhestand mehrere Tausend Franken mehr zur Verfügung haben.
Viele Erwerbstätige in der Schweiz beschäftigen sich erst kurz vor der Pensionierung mit ihrer Steuerplanung. Dadurch entgehen ihnen oft erhebliche Einsparmöglichkeiten. Gerade in den letzten Jahren vor dem Ruhestand lassen sich jedoch wichtige Massnahmen treffen, um die finanzielle Situation langfristig zu verbessern.
Denn obwohl das Einkommen nach der Pensionierung deutlich sinkt, bleibt die Steuerbelastung häufig überraschend hoch.
Einkommen sinkt – Steuern oft weniger stark
Nach der Pensionierung reduziert sich das Einkommen meist deutlich. AHV-Renten und Leistungen aus der Pensionskasse liegen häufig mehrere Zehntausend Franken unter dem letzten Erwerbseinkommen.
Viele Pensionierte stellen jedoch fest, dass die Steuern deutlich weniger stark sinken als erwartet. Ein wichtiger Grund dafür ist der Wegfall von steuerlichen Abzügen, etwa:
Berufsauslagen
Einzahlungen in die Säule 3a
weitere arbeitsbezogene Abzüge
Dadurch bleibt trotz tieferem Einkommen oft eine hohe Steuerbelastung bestehen.
AHV-Renten müssen vollständig versteuert werden
Die AHV-Rente wird zu 100 Prozent als Einkommen versteuert. Wer nach dem ordentlichen Rentenalter weiterhin arbeitet, sollte deshalb prüfen, ob sich ein Aufschub der AHV lohnt.
Denn wenn gleichzeitig ein Erwerbseinkommen und eine AHV-Rente bezogen werden, kann dies zu einer höheren Steuerprogression führen.
Steuerliche Optimierungsmöglichkeiten innerhalb der AHV sind begrenzt – umso wichtiger wird eine gute Planung bei anderen Vorsorgeinstrumenten.
Pensionskasse bietet grosses Sparpotenzial
Eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten zur Steueroptimierung sind freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse.
Diese Einzahlungen können vollständig vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden und erhöhen gleichzeitig das angesparte Vorsorgekapital.
Experten empfehlen, grössere Beträge gestaffelt einzuzahlen. Wer beispielsweise 45’000 Franken investieren möchte, kann diesen Betrag über mehrere Jahre verteilen – etwa drei Einzahlungen von je 15’000 Franken. Dadurch lässt sich der Steuerabzug mehrfach nutzen.
Besonders interessant sind solche Einkäufe häufig ab dem Alter von rund 50 Jahren, wenn der Bezug des Kapitals näher rückt.
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Kapital oder Rente: Die richtige Mischung wählen
Bei der Pensionierung stellt sich eine zentrale Frage: Soll das Pensionskassenguthaben als Rente oder als Kapital bezogen werden?
Beide Varianten haben unterschiedliche steuerliche Folgen.
Rente: wird vollständig als Einkommen versteuert
Kapitalbezug: wird einmalig zu einem reduzierten Steuersatz besteuert
Viele Fachleute empfehlen daher eine Mischlösung aus Rente und Kapital, um langfristige Sicherheit und steuerliche Vorteile zu kombinieren.
Säule 3a gezielt nutzen
Auch die Säule 3a spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerplanung.
Wer jährlich den maximalen Beitrag einzahlt – aktuell rund 7258 Franken für Angestellte mit Pensionskasse – kann seine Steuerrechnung je nach Einkommen und Wohnort um mehrere Tausend Franken reduzieren.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Staffelung der Auszahlungen. Werden mehrere 3a-Konten geführt, können die Gelder über mehrere Jahre verteilt bezogen werden. Dadurch lässt sich die Steuerbelastung deutlich reduzieren.
Geldanlagen steuerlich optimieren
Auch bei Wertschriften kann eine kluge Strategie steuerliche Vorteile bringen. Während Zinserträge in der Schweiz grundsätzlich steuerpflichtig sind, gelten Kapitalgewinne aus Wertschriften in der Regel als steuerfrei.
Eine ausgewogene Struktur im Wertschriftendepot kann daher helfen, die Steuerbelastung langfristig zu reduzieren.
Fazit
Die Pensionierung bedeutet nicht automatisch eine deutlich tiefere Steuerrechnung. Wer jedoch frühzeitig plant und die Möglichkeiten der Vorsorgeinstrumente nutzt, kann seine Steuerlast spürbar senken und im Ruhestand mehr finanziellen Spielraum behalten.







