Der Schweizer Zughersteller Stadler hat einen Grossauftrag aus Kanada erhalten. VIA Rail Canada bestellt 45 Hybrid-Personenzuglokomotiven. Neben der Lieferung umfasst der Vertrag auch eine 20-jährige Vereinbarung für technischen Support und Ersatzteile.
Stadler Rail hat mit VIA Rail Canada einen Vertrag über die Lieferung von 45 Hybrid-Personenzuglokomotiven abgeschlossen. Es ist das erste Mal, dass der Ostschweizer Schienenfahrzeughersteller Lokomotiven nach Kanada liefert.
Die neuen Fahrzeuge sind speziell für den Betrieb unter extremen klimatischen Bedingungen konzipiert. Sie sollen auch bei Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius zuverlässig eingesetzt werden können.
Hybridantrieb für anspruchsvolle Einsätze
Die Lokomotiven kombinieren einen dieselelektrischen Antrieb mit einem batteriebetriebenen Traktionssystem. Laut Stadler erreichen sie eine Leistung von 4 Megawatt am Rad und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde.
Zum Auftrag gehört zudem eine 20-jährige Vereinbarung über technische Unterstützung sowie die Lieferung von Ersatzteilen. Diese Dienstleistungen sollen künftig über eine neu zu gründende kanadische Tochtergesellschaft von Stadler erbracht werden.
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Produktion in Spanien, Endmontage in Kanada
Die Entwicklung und Produktion der Fahrzeuge erfolgt im Stadler-Kompetenzzentrum im spanischen Valencia. Ein Teil der Endmontage sowie die Tests und die Inbetriebnahme werden anschliessend in Kanada durchgeführt.
Mit dem Auftrag stärkt Stadler seine Position auf dem nordamerikanischen Markt. Das Unternehmen ist dort bereits mit verschiedenen Bahnprojekten vertreten und baut seine Aktivitäten weiter aus.
Nordamerika bleibt wichtiger Markt
In den vergangenen Jahren sah sich Stadler in Nordamerika mit Unsicherheiten aufgrund der US-Handelspolitik konfrontiert. Während der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump belasteten Sonderzölle das Geschäft des Unternehmens.
Nach einem Urteil des US Supreme Courts wurden diese Zölle zwischenzeitlich für rechtswidrig erklärt, wodurch Stadler rund 10 Millionen US-Dollar zurückerstattet erhielt. Inzwischen gelten jedoch erneut Einfuhrzölle, die derzeit bei 12,5 Prozent liegen.
Trotz dieser Herausforderungen setzt Stadler auf weiteres Wachstum in Nordamerika und sieht den Auftrag von VIA Rail Canada als wichtigen Schritt für den Ausbau seiner Präsenz in der Region.






