Am Flughafen Leipzig/Halle haben Sicherheitskräfte eine Drohne mit einer mutmasslichen Sprengvorrichtung sichergestellt. Das Landeskriminalamt Sachsen untersucht den Vorfall und schliesst ein politisches Motiv nicht aus. Der Flugbetrieb war zeitweise eingeschränkt, eine akute Gefahr für Passagiere besteht laut Behörden derzeit nicht.
Polizei untersucht Drohne mit Sprengvorrichtung
Am Flughafen Leipzig/Halle haben Sicherheitskräfte in der Nacht eine Drohne entdeckt, die nach Angaben der Behörden mit einer unbekannten Sprengvorrichtung ausgestattet war. Das Fluggerät wurde in der Nähe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor gefunden.
Ein Mitarbeiter des Flughafens hatte die Drohne kurz vor Mitternacht bemerkt und die Sicherheitskräfte informiert. Nach dem Fund wurde das Gerät mit einem Sprengstoffroboter untersucht. Dabei entfernten Spezialisten den Zünder.
Laut GMX teilte das sächsische Landeskriminalamt mit, dass die Ermittlungen inzwischen von den sächsischen Behörden geführt werden. Die Bundespolizei habe ihre ersten Arbeiten abgeschlossen, nun seien die Kriminaltechniker des Landes zuständig.
Die Ermittlungen werden von der Zentralstelle Extremismus Sachsen bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden sowie dem Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) des Landeskriminalamts Sachsen geführt.
Politisches Motiv wird nicht ausgeschlossen
Die Sicherheitsbehörden prüfen, ob hinter dem Vorfall ein politischer Hintergrund stehen könnte. Deshalb wurde auch das PTAZ eingeschaltet.
Flughäfen gelten in Deutschland als kritische Infrastruktur und stehen bei möglichen Anschlägen oder Sabotageakten besonders im Fokus der Sicherheitsbehörden.
Der Leipziger Polizeisprecher Olaf Hoppe erklärte, dass es am Flughafen immer wieder Drohnensichtungen gebe. Nicht immer könne eindeutig festgestellt werden, um welches Objekt es sich handle.
Ob die gefundene Drohne mit einem weiteren Zwischenfall in Zusammenhang steht, ist derzeit unklar.
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DHL-Flugzeug kollidiert mit unbekanntem Objekt
Bereits kurz vor dem Drohnenfund war ein Flugzeug in der Nähe des Flughafens Leipzig/Halle mit einem bislang unbekannten Objekt kollidiert. Die Maschine konnte wegen der Sicherheitslage nicht am Flughafen landen und musste zunächst durchstarten.
Nach Medienberichten soll es sich um eine DHL-Frachtmaschine gehandelt haben. Das Flugzeug wurde im vorderen Bereich beschädigt. Die Behörden untersuchen nun, ob zwischen dem unbekannten Flugobjekt und der später gefundenen Drohne ein Zusammenhang besteht.
Der Flughafen Leipzig/Halle hatte den Flugbetrieb in der Nacht vorübergehend eingestellt. Mehrere Maschinen wurden nach Angaben der Polizei umgeleitet.
Sicherheitsbehörden reagieren auf Vorfall
Sachsens Innenminister Armin Schuster bezeichnete die Ereignisse als einen «sehr ernsten Sicherheitsvorfall». Landes- und Bundessicherheitsbehörden würden eng zusammenarbeiten, erklärte er.
Auch die Drohnenabwehr der Bundespolizei sowie das gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen wurden eingebunden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt unterbrach nach Angaben der Behörden seinen Urlaub für eine Lagebesprechung.
Bei den Beratungen sollten unter anderem Vertreter der Bundespolizei und des Verfassungsschutzes teilnehmen. Weitere Informationen zu möglichen Tätern oder Motiven liegen bislang nicht vor.
Flugbetrieb teilweise wieder aufgenommen
Der Flughafenbetrieb am Leipziger Flughafen wurde nach der nächtlichen Unterbrechung teilweise wieder aufgenommen. Der Nordbereich ist wieder in Betrieb, während die Südpiste für die laufenden Untersuchungen gesperrt bleibt.
Die Behörden betonen, dass keine Gefahr für Passagiere oder Mitarbeitende bestehe. Der normale Passagierverkehr sei nicht beeinträchtigt.
Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, die Herkunft der Drohne, mögliche Verantwortliche sowie einen allfälligen Zusammenhang mit dem beschädigten Flugzeug zu klären.






