Zwei Belugawale und vier Delfine sind in Valencia angekommen. Die Tiere stammen aus dem geschlossenen Marineland in Kanada. Spanien übernimmt damit erneut Meeressäuger aus aufgelösten Aquarien. Auch zwei Orcas aus Frankreich sollen bald auf die Kanaren umziehen.
In Valencia sind zwei Belugawale und vier Delfine aus Kanada angekommen. Die Meeressäuger wurden mit einem Flugzeug nach Spanien gebracht und sollen künftig im Oceanogràfic untergebracht werden. Die Tiere stammen aus dem ehemaligen Marineland in Niagara Falls, das nach Jahren der Kritik und finanziellen Problemen 2024 geschlossen wurde.
Cleopatra und Jelly Bean heissen die beiden Belugas. Bei den vier Delfinen handelt es sich um Tsunami, Lida, Echo und Marina. Der Transport wurde nach Angaben des Oceanogràfic über mehrere Monate vorbereitet und von Fachleuten aus Kanada, den USA und Spanien begleitet.
Meeressäuger stammen aus geschlossenem Marineland
Das Marineland in Kanada war seit den 1960er-Jahren in Betrieb und beherbergte zeitweise Tausende Land- und Meerestiere. Die Anlage stand jedoch wiederholt wegen der Haltung der Meeressäuger in der Kritik. Bereits 2021 stellte die zuständige Tierschutzbehörde Probleme mit der Wasserqualität in den Becken fest.
Zwischen 2019 und 2023 starben in der Anlage nach den vorliegenden Angaben 14 Wale und ein Delfin. Gleichzeitig gingen die Besucherzahlen zurück und die gesetzlichen Anforderungen an die Haltung von Meeressäugern wurden verschärft. Im September 2024 wurde der Freizeitpark in Niagara Falls schliesslich geschlossen.
Für die verbliebenen Meeressäuger drohte zunächst die Tötung. Insgesamt waren damals noch 30 Belugas und vier Delfine betroffen. Inzwischen konnten zahlreiche Tiere auf Einrichtungen in anderen Ländern verteilt werden.
Wie die Costa Nachrichten berichteten, beschreibt das Oceanogràfic den Transport der sechs Tiere als internationale Rettungsaktion, an der Tierärzte, Tierpfleger und weitere Spezialisten beteiligt waren.
Oceanogràfic übernimmt weitere Tiere
Nach ihrer Ankunft in Valencia sollen die sechs Meeressäuger schrittweise an ihre neue Umgebung gewöhnt werden. Das Oceanogràfic teilte mit, dass die Tiere dabei kontinuierlich von seinem Fachpersonal betreut würden.
In Valencia leben bereits zwei weitere Belugawale. Das Aquarium zählt damit zu den Einrichtungen, die Meeressäuger aus geschlossenen oder nicht mehr tragfähigen Anlagen aufnehmen.
Auch aus Frankreich wurden bereits Delfine nach Spanien gebracht. Im Juli kamen acht Tiere aus dem früheren Marineland in Antibes nach Selwo Marina in Benalmádena an der Costa del Sol. Das französische Aquarium war ebenfalls geschlossen worden, nachdem strengere Tierschutzbestimmungen in Kraft getreten waren.
Zwei Orcas sollen nach Teneriffa umziehen
Besonders umstritten ist der geplante Transport zweier Orcas aus dem ehemaligen Marineland in Antibes. Wiki, 24 Jahre alt, und ihr Sohn Keijo, 11 Jahre alt, sollen künftig im Loro Parque auf Teneriffa leben.
Der Transport von Nizza auf die Kanaren gilt wegen der Grösse und des Gewichts der Tiere als besonders anspruchsvoll. Nach Angaben der spanischen Nachrichtenagentur EFE soll der Umzug demnächst erfolgen.
Der geplante Standort ist allerdings umstritten. Frankreich hatte im Zusammenhang mit der Schliessung des Marineland Bedingungen für die Unterbringung der Orcas formuliert. Insbesondere sollten die Tiere in ihrer neuen Einrichtung nicht für Shows oder Zuchtprogramme eingesetzt werden.
Der Loro Parque hält bereits vier Orcas und bietet mit ihnen Vorführungen an. Auch das spanische Forschungsinstitut CSIC hatte sich gegen eine Unterbringung der beiden Tiere auf Teneriffa ausgesprochen.
Damit bleibt die Zukunft der beiden Orcas ebenso umstritten wie die grundsätzliche Frage, wie mit Meeressäugern aus geschlossenen Aquarien umgegangen werden soll. Für die sechs nun in Valencia angekommenen Tiere beginnt dagegen zunächst die Eingewöhnung in ihrer neuen Umgebung.






