Vor der Küste der Marina Alta in der spanischen Provinz Alicante spielt sich jeden Frühling ein beeindruckendes Naturschauspiel ab. Wissenschaftler der Universitat Politècnica de València (UPV) haben während einer aktuellen Forschungskampagne insgesamt 127 Finnwale gesichtet. Die Region gilt damit als einer der besten Orte Europas, um Wale direkt von der Küste aus zu beobachten.
Rekordzahl von 127 Finnwalen vor der Costa Blanca
Während der diesjährigen Forschungskampagne MYSTICMED, die zwischen Ende Mai und Anfang Juli durchgeführt wurde, dokumentierten Meeresbiologen insgesamt 127 Finnwale vor der Küste der Marina Alta. Noch nie zuvor wurden in diesem Gebiet innerhalb einer einzigen Forschungsperiode so viele Tiere registriert.
Besonders erfreulich ist die Beobachtung mehrerer Muttertiere mit ihren Jungwalen, was auf eine gesunde Entwicklung der Population im westlichen Mittelmeer hindeutet.
Finnwale – die Giganten des Mittelmeers
Der Finnwal (Balaenoptera physalus) ist nach dem Blauwal das zweitgrösste Tier unseres Planeten.
Die beeindruckenden Meeressäuger erreichen:
- eine Länge von bis zu 27 Metern
- ein Gewicht von rund 70 Tonnen
- Geschwindigkeiten von über 35 km/h
Obwohl Finnwale im Mittelmeer heimisch sind, gelten sie weiterhin als gefährdete Art. Umso bedeutender sind die aktuellen Forschungsergebnisse aus der Provinz Alicante.
Warum die Marina Alta so einzigartig ist
Die Region zwischen Dénia, Jávea (Xàbia) und dem Cabo de San Antonio besitzt ideale Voraussetzungen für Walbeobachtungen.
Direkt vor der Küste fällt das Mittelmeer schnell auf grosse Tiefen ab. Genau diese Unterwasserlandschaft nutzen die Finnwale auf ihrer jährlichen Wanderung durch das westliche Mittelmeer.
Nach Angaben der Wissenschaftler erfolgen rund 90 Prozent aller Sichtungen zunächst von Land aus. Erst anschliessend fahren die Forscher mit ihren Booten hinaus, um die Tiere näher zu untersuchen.
Damit gehört die Marina Alta zu den wenigen Regionen Europas, in denen Wale regelmässig ohne Boot beobachtet werden können.
Modernste Forschung mit Drohnen und Atemproben
Die aktuelle Expedition nutzte modernste Technologien.
Mit speziellen Drohnen konnten mehr als 80 Finnwale eindeutig identifiziert werden. Zusätzlich entnahmen die Forscher erstmals sogenannte Atemproben, ohne die Tiere zu stören. Diese ermöglichen wertvolle Erkenntnisse über:
- Geschlecht
- Gesundheitszustand
- Hormonwerte
- Fortpflanzung
- Population im Mittelmeer
Die gewonnenen Daten sollen künftig helfen, die bedrohten Meeressäuger noch besser zu schützen.
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Beste Zeit für Walbeobachtungen
Wer Finnwale vor Spaniens Küste erleben möchte, hat die besten Chancen zwischen:
- Ende Mai
- Juni
- Anfang Juli
In dieser Zeit ziehen die Tiere regelmässig entlang der Costa Blanca vorbei.
Zu den beliebtesten Aussichtspunkten gehören:
- Cabo de San Antonio (Jávea)
- Naturpark Montgó
- Küstenabschnitte rund um Dénia
Mit etwas Glück lassen sich dort die riesigen Wasserfontänen oder sogar ganze Finnwale mit blossem Auge oder einem Fernglas beobachten.
Naturerlebnis statt Massentourismus
Während viele Touristen an der Costa Blanca vor allem Sonne, Strand und das Mittelmeer geniessen, entwickelt sich die Marina Alta zunehmend auch zu einem Hotspot für Natur- und Tierliebhaber.
Das Whale Watching von der Küste aus gilt als besonders nachhaltig, da die Tiere nicht durch Boote verfolgt oder gestört werden. Gleichzeitig bietet die Region einzigartige Möglichkeiten, eines der grössten Tiere der Erde in freier Wildbahn zu erleben.
Marina Alta setzt europaweit neue Massstäbe
Die aktuellen Forschungsergebnisse unterstreichen die internationale Bedeutung der Küstenregion Alicante für den Schutz mariner Grosssäuger.
Mit 127 dokumentierten Finnwalen und den hervorragenden Beobachtungsmöglichkeiten direkt von Land festigt die Marina Alta ihren Ruf als eines der spektakulärsten Naturgebiete Europas – und dürfte künftig noch mehr Naturfreunde und Wissenschaftler an die spanische Mittelmeerküste locken.
Marina Alta setzt europaweit neue Massstäbe






