Immer mehr junge Amerikanerinnen und Amerikaner der Generation Z setzen früh auf Sparen und finanzielle Unabhängigkeit. Laut einer Bloomberg-Umfrage beginnt diese Generation im Durchschnitt bereits mit 19 Jahren Geld zurückzulegen. Hohe Lebenshaltungskosten, teure Immobilien und Unsicherheit am Arbeitsmarkt treiben den neuen Spartrend an.
Junge Amerikaner sparen so früh wie kaum eine Generation zuvor
Sparen ist bei vielen jungen Menschen in den USA zu einem neuen Lebensziel geworden. Laut Bloomberg hat sich unter der Generation Z eine regelrechte Bewegung entwickelt, die den Aufbau von Vermögen möglichst früh anstrebt.
Eine zentrale Rolle spielen dabei mehrere wirtschaftliche Herausforderungen. Die Preise für Immobilien sind hoch, die Lebenshaltungskosten steigen und der Einstieg ins Berufsleben wird schwieriger. Besonders die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz verändert den Arbeitsmarkt und sorgt bei vielen jungen Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern für Unsicherheit.
Nach einer Bloomberg-Umfrage beginnt die Generation Z in den USA durchschnittlich mit 19 Jahren zu sparen. Zum Vergleich: Die Generation Y begann laut entsprechenden Erhebungen erst etwa mit 32 Jahren, Geld systematisch zurückzulegen. Bei den Babyboomern lag dieser Zeitpunkt noch später.
Ein Beispiel ist die 26-jährige Natalie aus Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida. Sie lebt mit einer Mitbewohnerin zusammen, fährt ein älteres Auto und versucht, möglichst viel Geld anzusparen. Laut Bloomberg hat sie bereits rund 300’000 Dollar zurückgelegt.
Zwischen langfristigem Sparen und riskanten Anlagen
Beim Umgang mit ihrem Geld verfolgen junge Sparerinnen und Sparer unterschiedliche Strategien. Ein Teil setzt auf klassische Anlagen wie Rentenfonds, die teilweise steuerliche Vorteile bieten.
Andere investieren deutlich risikoreicher. Dazu gehören Kryptowährungen oder sogenannte Prognosemärkte, bei denen auf bestimmte Entwicklungen gewettet wird.
Während die einen langfristig Vermögen aufbauen wollen, suchen andere nach schnellen Gewinnen. Experten sehen darin einen Unterschied zwischen klassischem Sparen und spekulativem Investieren.
Die Motivation dahinter ist jedoch oft ähnlich: Viele junge Menschen wollen finanzielle Sicherheit erreichen und unabhängiger vom Arbeitsmarkt werden.
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Bewegung für finanzielle Freiheit gewinnt an Bedeutung
Ein wichtiger Teil des Trends ist die Online-Bewegung «Financial Independence Retire Early» (FIRE). Anhängerinnen und Anhänger versuchen, möglichst früh ausreichend Vermögen aufzubauen, um später nicht mehr zwingend arbeiten zu müssen.
Diese Haltung unterscheidet sich von früheren Generationen. Während die Generation Y häufig mit dem Begriff Work-Life-Balance verbunden wurde, steht bei Teilen der Generation Z stärker die finanzielle Unabhängigkeit im Vordergrund.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen diese Entwicklung. Unsichere Beschäftigungsmöglichkeiten, steigende Preise und die Sorge vor finanziellen Belastungen führen dazu, dass viele junge Menschen früher planen.
US-Sparquote bleibt insgesamt niedrig
Trotz des Spartrends unter jungen Menschen bleibt die allgemeine Sparquote in den USA relativ tief. Laut einer Erhebung aus dem April lag sie bei 2,6 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte eine andere Untersuchung noch eine Sparquote von fast 6 Prozent ausgewiesen.
Gleichzeitig zeigen verschiedene Studien, dass viele Amerikanerinnen und Amerikaner finanziell wenig vorbereitet sind. Rund ein Drittel der Bevölkerung könnte demnach eine unerwartete Ausgabe von 500 Dollar nicht aus eigenen Mitteln bezahlen und müsste auf Kreditkarten zurückgreifen.
Der neue Spartrend der Generation Z steht damit im Gegensatz zur allgemeinen finanziellen Situation vieler Haushalte. Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten versuchen viele junge Menschen, möglichst früh Rücklagen aufzubauen und mehr Kontrolle über ihre Zukunft zu gewinnen.






