Die anhaltende Trockenheit setzt der Schweizer Wasserkraft im Sommer 2026 deutlich zu. Wegen tiefer Flusspegel produzieren Laufwasserkraftwerke weniger Strom. Der starke Ausbau der Photovoltaik hilft jedoch, die Ausfälle zu kompensieren. Damit bleibt die Stromversorgung trotz der schwierigen Bedingungen stabil.
Trockenheit belastet die Wasserkraft
Wochenlange Hitze und fehlende Niederschläge haben die Wasserstände vieler Schweizer Flüsse deutlich sinken lassen. Das wirkt sich direkt auf die Produktion der Laufwasserkraftwerke aus, die auf ausreichende Wasserführung angewiesen sind.
Nach den vorliegenden Angaben produzierten Laufwasserkraftwerke im Juli 2026 deutlich weniger Strom als in niederschlagsreichen Jahren. Die Produktion lag demnach auch unter den Werten der trockenen Jahre 2003 und 2022.
Die Auswirkungen zeigen sich bei verschiedenen Energieunternehmen. Repower meldete für die Monate Mai bis Juli eine um rund 25 Prozent tiefere Produktion als im langjährigen Durchschnitt. Die Forces Motrices Valaisannes führen die geringere Produktion unter anderem auf die dünne Schneedecke des vergangenen Winters zurück, die weniger Schmelzwasser zur Verfügung stellte.
Auch bei Alpiq ging die Produktion der Laufwasserkraftwerke entlang der Aare zurück. Das Unternehmen meldete einen Rückgang von rund 15 Prozent.
Zusätzlichen Einfluss hatten die hohen Wassertemperaturen. Die Kernkraftwerke Beznau I und II mussten ihren Betrieb zeitweise reduzieren, um die geltenden Vorgaben zum Schutz der Gewässer einzuhalten.
Photovoltaik federt Ausfälle ab
Trotz der schwächeren Wasserkraftproduktion ist es bislang nicht zu einer Stromlücke gekommen. Ein wichtiger Grund dafür ist die hohe Solarstromproduktion während der aussergewöhnlich sonnigen Sommermonate.
In Zürich/Fluntern wurden im Juli 2026 insgesamt 318,3 Sonnenstunden registriert. Das liegt deutlich über dem langjährigen Mittel von 230,5 Stunden, das bei 230,5 Sonnenstunden liegt.
Der starke Ausbau der Photovoltaik in den vergangenen Jahren macht sich damit bemerkbar. Gerade im Sommer kann Solarstrom einen Teil der fehlenden Produktion aus Laufwasserkraftwerken auffangen.
Die Entwicklung zeigt zugleich, wie sich die verschiedenen Stromquellen ergänzen. Während die Wasserkraft bei längeren Trockenperioden unter Druck gerät, können Photovoltaikanlagen bei viel Sonnenschein besonders hohe Erträge liefern.
Strombilanz bleibt trotz Trockenheit stabil
Die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) weist darauf hin, dass die Strombilanz ohne den starken Ausbau der Solarenergie deutlich angespannter wäre. In diesem Fall müsste die Schweiz unter anderem stärker auf ihre Speicherseen zurückgreifen, mehr Strom importieren oder ihre Exporte reduzieren.
Speicherkraftwerke können dabei eine wichtige Ausgleichsfunktion übernehmen. Sie erlauben es, Wasser zurückzuhalten und die Produktion gezielt auf Zeiten mit höherem Strombedarf oder geringerer Produktion anderer Energiequellen zu verlagern.
Die Entwicklung im Sommer 2026 zeigt damit die Bedeutung eines breit abgestützten Stromsystems. Die Wasserkraft bleibt eine zentrale Säule der Schweizer Stromversorgung, während die stark wachsende Solarenergie zunehmend als Ergänzung und Puffer wirkt.
Wie sich die Stromproduktion im weiteren Jahresverlauf entwickelt, hängt unter anderem von den Niederschlägen, den Wasserständen und der weiteren Solarstromproduktion ab.






