Täglich gelangen illegale Waren über die Post in die Schweiz – von Potenzmitteln bis hin zu Waffen und Drogen.
In Zürich zeigte der Zoll nun, wie viele verbotene Lieferungen in nur einer Woche abgefangen wurden – und das Ausmass ist gewaltig.
Über 1000 Sendungen gestoppt
Laut watson.ch hielten die Mitarbeitenden des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) im Briefpostzentrum Zürich-Mülligen innerhalb einer Woche 1088 Pakete mit illegalem Inhalt zurück.
Dabei handelte es sich unter anderem um Heilmittel, Doping, Waffen, Drogen und Markenfälschungen.
470 Sendungen enthielten verbotene Medikamente, 256 gefälschte Markenartikel und 94 Waffen.
Dazu kamen 59 Pakete mit Drogen, 68 Laserpointer und 85 Doping-Sendungen.
So arbeitet der Zoll in Zürich
Im Hochtempo rollen täglich tausende internationale Pakete über das Förderband – und jedes kann illegale Ware enthalten.
Die Zöllnerinnen und Zöllner müssen blitzschnell entscheiden: Grün, Blau oder Rot.
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Grün: keine Auffälligkeiten – das Paket darf passieren.
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Blau: unsicher – wird später überprüft.
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Rot: Verdacht auf illegalen Inhalt – geht direkt an den Zoll.
„Unsere Arbeit verlangt viel Erfahrung und ein geschultes Auge“, erklärt Marcel Siravo, stellvertretender Chef des Zürcher Zolls.
Manchmal sei das Band sogar „noch schneller“ unterwegs, fügt er schmunzelnd hinzu.
Das importieren Schweizerinnen und Schweizer illegal
Die beschlagnahmten Artikel lassen sich in vier Hauptkategorien einteilen:
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Waffen
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Medikamente
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Dopingmittel
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Gefälschte Markenartikel
Ein Trendprodukt der letzten Monate sind laut Swissmedic Entwurmungsmittel – sie werden fälschlicherweise als Wundermittel gegen Krebs oder Covid-19 im Internet beworben.
Am häufigsten greifen die Zollbeamten jedoch zu, wenn es um Potenzmittel geht.
Rund 80 Prozent aller Medikamente entfallen auf diese Kategorie – teils in Mengen, die klar auf Weiterverkauf hindeuten.
Auch Doping bleibt ein Problem: Besonders Anabolika und Wachstumshormone werden häufig bestellt – teilweise sogar von Jugendlichen, die über Tiktok-Videos davon erfahren.
Ein Zöllner berichtet von einem besonders bizarren Fund:
„Einmal war tatsächlich ein abgetrennter Finger im Paket.“
Herkunft der illegalen Lieferungen
Die Schwerpunktkontrolle „Online-Handel“ des BAZG fand an zwölf Orten im Kanton Zürich statt.
Dabei zeigte sich:
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Medikamente kamen meist aus Indien und Ungarn.
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Markenfälschungen stammten überwiegend aus China.
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Dopingmittel kamen aus der Slowakei.
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Drogen wurden vor allem aus Grossbritannien und Deutschland eingeschleust.
Das BAZG übergibt die beschlagnahmten Waren den zuständigen Behörden, die über Bussen oder Strafverfahren entscheiden.










