Wenn der Mund schmerzt – aber nicht mehr lange
Allein das Wort „Weisheitszähne“ reicht vielen, um Gänsehaut zu bekommen. Die Vorstellung: Schmerzen, Schwellung, tagelang Brei essen. Doch laut Experten ist die Angst in vielen Fällen unbegründet.
Zwei Oralchirurgen erklären, wie der Eingriff verläuft, was du in den ersten Tagen beachten musst – und wann du zum Arzt solltest.
Warum müssen Weisheitszähne überhaupt raus?
Nicht jeder hat sie – aber wenn sie durchbrechen, wird’s oft eng: Unsere Kiefer sind kleiner geworden. Die Folge: Die Weisheitszähne haben keinen Platz, wachsen schief, drücken auf andere Zähne oder entzünden sich.
Dann hilft nur noch die Entfernung – manchmal unkompliziert, manchmal mit OP.
So läuft der Eingriff ab
Wie kompliziert der Eingriff ist, hängt davon ab, wie der Zahn liegt. Wenn er bereits im Mund zu sehen ist, lässt er sich meist ohne Operation ziehen.
Komplizierter wird es, wenn er noch im Kiefer steckt. Dann muss das Zahnfleisch geöffnet und eventuell Knochen abgetragen werden.
Laut dem Berliner Oralchirurgen Dr. Martin Ullner ist vor allem der Unterkiefer betroffen. Die OP kann belastend sein, aber mit modernen Medikamenten lassen sich Schwellungen und Schmerzen gut in den Griff bekommen.
Die Heilung – was ist normal, was nicht?
Die erste Phase der Heilung dauert rund drei Tage. In dieser Zeit treten meist die stärksten Schmerzen und Schwellungen auf. Danach beginnt die Abschwellung und Regeneration.
„Nach etwa einer Woche ist der Großteil der Heilung geschafft“, sagt Ullner. Jüngere Patienten erholen sich oft schneller.
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Schmerzmittel – aber nicht jedes
Kein Aspirin nach der OP! Der Wirkstoff kann die Blutgerinnung stören.
Besser geeignet: Ibuprofen oder Paracetamol – aber nur nach Rücksprache mit dem Arzt, vor allem bei Vorerkrankungen.
Richtig kühlen – aber nicht zu viel
Kühlen hilft – wenn du es richtig machst. Erst nach dem Nachlassen der Betäubung, und bitte mit Tuch umwickeltem Kühlpad, sonst droht eine Unterkühlung.
Experte Prof. Christoph Benz rät zu Intervallkühlung: 10 Minuten kühlen, 10 Minuten Pause – und nach drei Stunden ist meist Schluss mit der Schwellung.
Essen & Trinken: Nur das Richtige
Nach etwa 90 Minuten kannst du wieder essen – aber bitte weich und lauwarm. Kartoffelbrei, klare Brühen, pürierte Suppe. Nichts Heißes, keine Kohlensäure, kein Kaffee.
Milchprodukte? Besser für drei Tage weglassen, rät Ullner. Kamillentee wirkt heilend und ist eine gute Alternative.
Zahnpflege: Sanft, aber gründlich
Die OP-Wunde braucht Schonung. Daher in den ersten Tagen mit einer weichen Zahnbürste arbeiten. Eine antiseptische Mundspülung nach den Mahlzeiten schützt zusätzlich.
Die restlichen Zähne dürfen (und sollen!) normal geputzt werden – das hilft der Heilung.
Kein Sport – auch wenn du dich gut fühlst
In den ersten zwei Tagen unbedingt schonen. Sport erhöht den Blutdruck – das kann Nachblutungen verursachen.
Bei einer aufwändigeren OP mit Nähten rät Christoph Benz zu noch längerer Pause: „Dann sieht man im Kiefer diese schwarzen Streifen.“
Wann du zum Arzt musst
Die häufigsten Beschwerden klingen nach drei Tagen ab. Nimmst du aber plötzlich wieder Schmerzen wahr, oder bekommst Fieber, Schluckbeschwerden oder Druckgefühle im Kiefer und Hals – dann bitte sofort zum Arzt.
Ebenso bei anhaltender Kieferklemme oder allgemeinem Krankheitsgefühl mit Schwäche. In seltenen Fällen ist sogar eine stationäre Abklärung nötig.










