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So schätzen Skifahrer das Lawinenrisiko besser ein

Warum Tiefschnee abseits der Piste verlockt – und wie man Gefahren früh erkennt

by Daniel Lüdi
Sonntag, 18. Januar 2026 um 18:18
in Gefahren & Warnungen, Sicherheit, Sport
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(Symbolbild)

(Symbolbild)

Pulverschnee, keine Spuren, pure Freiheit.

Doch genau dort, wo der Traum vom perfekten Schwung beginnt, lauert oft eine unsichtbare Gefahr.

Tiefschnee abseits der Piste: Reizvoll, aber riskant

In vielen Skigebieten locken unpräparierte Hänge direkt neben der Piste. Ein paar Meter rausfahren, ein paar Schwünge im Powder – was soll schon passieren?

Doch Lawinenabgänge zeigen immer wieder: Auch scheinbar harmlose Abstecher können lebensgefährlich sein. Das Problem dabei ist, dass die Gefahr kaum wahrnehmbar ist. Der Schweizer Lawinenforscher Werner Munter brachte es einst auf den Punkt: „Die Lawine stinkt nicht.“

Um besser zu verstehen, worauf Laien achten können, erklärt Berg- und Skiführer Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein die wichtigsten Grundregeln. Laut gmx.ch richtet sich seine Warnung vor allem an Skifahrer und Snowboarder, die eigentlich auf der Piste bleiben wollen, bei guten Bedingungen aber spontan ins freie Gelände abbiegen.

Wann entsteht eine Lawine?

Damit sich eine Lawine lösen kann, müssen drei Faktoren zusammenkommen:

  • Ein ausreichend steiler Hang

  • Eine instabile Schwachschicht im Schnee

  • Eine Störung der Schneedecke, etwa durch Wintersportler

Gerade Letzteres ist entscheidend: Die meisten Lawinen werden durch Menschen selbst ausgelöst. Das Risiko lässt sich reduzieren, indem Hänge nicht als Gruppe, sondern einzeln mit Abstand befahren werden.

Die Steilheit: Der entscheidende Anhaltspunkt

Für Laien ist die Beurteilung der Schneedecke kaum möglich. Die Steilheit eines Hangs hingegen lässt sich relativ einfach einschätzen.

Faustregel:
Lawinen lösen sich meist ab 30 Grad Hangneigung.

Das sind Hänge, die man nicht mehr gerade hochgehen kann, sondern nur noch quer und in Kehren. Wer es genauer wissen will, kann Neigungskarten, spezielle Apps oder Online-Tourenportale nutzen.

Lawinenwarnstufe drei? Dann besser umdrehen

Die Lawinengefahr wird in fünf Stufen eingeteilt – von 1 (gering) bis 5 (sehr gross). Die aktuellen Warnstufen werden täglich veröffentlicht und hängen oft auch an Liftstationen aus.

Wichtige Regel für Unerfahrene:

  • Ab Gefahrenstufe 3 keine Hänge über 30 Grad

Gerade bei dieser Stufe passieren statistisch die meisten Unfälle. Neuschnee, starker Wind, Temperaturwechsel oder Sonneneinstrahlung erhöhen das Risiko zusätzlich.

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Warnzeichen, die man niemals ignorieren sollte

Auch bei niedriger Gefahrenstufe gibt es klare Alarmsignale:

  • „Wumm“-Geräusche beim Queren eines Hangs

  • Risse in der Schneedecke

  • Schneeschollen, die unter den Skiern abrutschen

Treten solche Zeichen auf, gilt: Sofort umkehren und zurück zur Piste.

Spuren im Hang – trügerische Sicherheit

Viele denken: Wo schon Spuren sind, ist es sicher. Das stimmt nur teilweise.

Zwar kann häufig befahrenes Gelände stabiler sein, doch:

  • Unbefahrener Schnee neben bestehenden Spuren kann deutlich instabiler sein

  • Neue eigene Spuren erhöhen das Risiko

Besser:

  • Innerhalb bestehender Spuren bleiben

  • Nicht gemeinsam fahren

  • Keine neuen Schneefelder anschneiden

Wer anhält, sollte dies nicht in der Hangmitte, sondern an geschützten Stellen tun – etwa hinter Felsen, Bäumen oder auf flacheren Geländekuppen.

Drei einfache Regeln zum Merken

Stefan Winters Fazit lässt sich auf drei Punkte reduzieren:

  1. Spuren abseits der Piste bedeuten keine Sicherheit

  2. Meide steile Hänge – besonders ab Warnstufe drei

  3. Fahre nur mit erfahrenen Begleitern ins freie Gelände

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