Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte ihren Leitzins nach Einschätzung von mit internen Überlegungen vertrauten Personen bis Ende 2027 unverändert bei null Prozent halten. Ausschlaggebend seien die Inflationsentwicklung, die Frankenentwicklung und die Annahme, dass keine grösseren neuen Wirtschaftsschocks auftreten.
SNB setzt vorerst auf stabile Zinsen
Die Schweizerische Nationalbank könnte ihre aktuelle Geldpolitik über einen längeren Zeitraum beibehalten. Nach Einschätzung von Personen mit Kenntnis der internen Diskussionen soll der Leitzins bis Ende 2027 bei null Prozent bleiben.
Die Prognose basiert vor allem auf den aktuellen Inflationserwartungen. Zudem spielen die jüngste Abschwächung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro sowie der Zinsunterschied zum Euroraum eine Rolle.
Die genannten Personen wollten aufgrund der Vertraulichkeit der internen Beratungen nicht namentlich genannt werden. Die SNB selbst äusserte sich nicht zu den Einschätzungen.
Negativzinsen bleiben möglich
Sollte es zu einem starken neuen wirtschaftlichen Schock kommen, wären auch Negativzinsen weiterhin eine mögliche Option. Dies gilt derzeit jedoch nicht als wahrscheinlichstes Szenario.
Ein Leitzins von null Prozent würde zudem nach Einschätzung der Experten keine erheblichen Belastungen für die Gewinne der Schweizer Banken verursachen.
Das dreiköpfige Direktorium der SNB entscheidet jeweils vierteljährlich über die Geldpolitik. Die Entscheide basieren auf der aktuellen Konjunkturlage, der Inflationsentwicklung und den internationalen Rahmenbedingungen.
Die Nationalbank betont regelmässig, dass sie sich nicht auf einen festen Zinspfad festlegt und ihre Entscheidungen abhängig von den wirtschaftlichen Entwicklungen trifft.
Analysten rechnen ebenfalls mit längerer Zinspause
Bei ihrer letzten geldpolitischen Sitzung im Juni hatte die SNB den Leitzins unverändert gelassen. Die Erwartung, dass die Zinsen zunächst stabil bleiben, entspricht weitgehend der Einschätzung vieler Analystinnen und Analysten.
Die Mehrheit der von Bloomberg befragten Experten rechnet erst im März 2028 mit einer ersten Zinserhöhung. Ein Teil der Marktteilnehmer erwartet jedoch bereits früher eine Anpassung.
Devisenhändler gehen teilweise von einer schnelleren Straffung der Geldpolitik aus. Sie rechnen mit einer möglichen Zinserhöhung bis spätestens März 2027. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schritts bereits im Dezember wird am Markt derzeit mit rund 50 Prozent bewertet.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Inflation bleibt im Fokus
Die Schweizer Inflation hat sich zuletzt abgeschwächt und lag im vergangenen Monat bei 0,5 Prozent. Zuvor war sie im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Iran-Kriegs leicht angestiegen.
Gemäss der letzten SNB-Prognose könnte die Inflation vorübergehend bis auf 0,8 Prozent steigen. Damit würde sie weiterhin deutlich innerhalb des von der Nationalbank angestrebten Bereichs von null bis zwei Prozent bleiben.
Die nächsten Inflationsdaten für den Monat Juli werden in der kommenden Woche erwartet.
SNB beobachtet Frankenentwicklung genau
Neben der Inflation bleibt auch der Wechselkurs ein wichtiger Faktor für die Geldpolitik. Die SNB ist nach eigenen Angaben bereit, bei starken und unerwünschten Wechselkursbewegungen am Devisenmarkt einzugreifen.
Die Zentralbank verfolgt jedoch nicht das Ziel, den Franken dauerhaft auf einem bestimmten Kursniveau zu halten.
Zuletzt griff die SNB laut Berichten nach der Ankündigung neuer US-Zölle sowie zu Beginn des Iran-Kriegs am Devisenmarkt ein. Ziel solcher Interventionen ist es, extreme Schwankungen des Schweizer Frankens abzufedern.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschliesslich der Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für Wertpapiere dar. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Trotz sorgfältiger Prüfung wird keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Informationen übernommen. Anleger sollten ihre Investitionsentscheidungen auf Grundlage eigener Recherchen oder einer unabhängigen Finanzberatung treHen.






