Wachstum, aber erste Bremsspuren
Geteilte Autos, Velos und E-Scooter sind in der Schweiz weiter auf dem Vormarsch.
Doch die jüngsten Zahlen zeigen: Der starke Boom der letzten Jahre verliert an Dynamik.
Während das Angebot wächst und die Nutzung steigt, gibt es in einzelnen Bereichen bereits klare Sättigungstendenzen.
Mehr Fahrzeuge, mehr Nutzer – aber langsameres Wachstum
2025 standen in der Schweiz insgesamt 47’152 geteilte Fahrzeuge zur Verfügung. Dazu zählen Autos, Velos und E-Scooter.
Das entspricht einem Plus von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch die Nutzung nimmt weiter zu:
- 3,4 Millionen registrierte Nutzerinnen und Nutzer (+10 %)
- 12,2 Millionen Buchungen (+9 %)
- mehr als doppelt so viele Nutzer wie vor fünf Jahren
Die Zahlen stammen von der Branchenorganisation Chacomo.
Parkplatz-Sharing als Überraschungsgewinner
Besonders stark wächst ein eher unscheinbarer Bereich: das Parkplatz-Sharing.
- 6’700 geteilte Parkplätze
- +230 % gegenüber dem Vorjahr
Damit entwickelt sich dieser Teilbereich deutlich dynamischer als klassische Sharing-Angebote.
Erste Sättigung im Markt sichtbar
Trotz des Wachstums zeigen sich laut Marktbeobachtern erste Grenzen.
Besonders betroffen:
- Carsharing: mehr Fahrzeuge, aber geringere Auslastung
- Velos und E-Bikes: weniger Nutzung trotz Ausbau
- E-Scooter: teilweise rückläufige Fahrzeugzahlen
In rund jeder vierten Gemeinde gibt es zwar bereits ein geteiltes Auto, doch die Effizienz der Nutzung sinkt.
Warum der Boom langsamer wird
Mehrere Faktoren bremsen die Entwicklung:
- höhere Dichte an Angeboten in Städten
- verändertes Mobilitätsverhalten
- zunehmender Wettbewerb zwischen Anbietern
- politische Diskussionen rund um Regulierung (z. B. Helmpflicht bei E-Scootern)
Gerade bei E-Scootern könnte eine strengere Regulierung das Wachstum zusätzlich bremsen.
Zwischen Wachstum und Alltagstauglichkeit
Die Shared Mobility in der Schweiz hat sich in kurzer Zeit stark etabliert. Viele Angebote sind inzwischen fester Bestandteil des städtischen Verkehrs.
Gleichzeitig wird deutlicher: Nicht jedes Segment wächst unbegrenzt weiter.
Während neue Angebote entstehen, entscheidet sich zunehmend, welche Modelle im Alltag wirklich genutzt werden – und welche an ihre Grenzen stossen.






