Diplomatie unter Zeitdruck – während die Angriffe weitergehen
Die Fronten bleiben hart.
Doch hinter den Kulissen bewegt sich etwas.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bestätigt, dass er sich am Sonntag mit US-Präsident Donald Trump in Mar-a-Lago treffen wird. Ziel: Fortschritte auf dem Weg zu einem möglichen Kriegsende – noch vor dem Jahreswechsel.
„Vieles kann noch vor Neujahr entschieden werden“
„Am Wochenende treffe ich Präsident Donald Trump in Florida, ich glaube am Sonntag“, sagte Selenskyj vor Journalisten. Im Zentrum des Treffens stehen laut dem ukrainischen Präsidenten besonders heikle Fragen.
„Wir werden über den Donbass und das Atomkraftwerk Saporischschja sprechen. Natürlich auch über Sicherheitsgarantien und andere Themen.“
Dem Treffen ging eine Verhandlungsrunde zwischen den USA und der Ukraine voraus, aus der ein 20-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges hervorging. Dieses Dokument wurde bereits an Moskau übermittelt.
Quelle: ansa.it
Europäer sollen online eingebunden werden
Selenskyj hofft, dass auch europäische Partner an den Gesprächen teilnehmen. Aufgrund der kurzen Vorlaufzeit sei ein persönliches Treffen jedoch schwierig.
„Wir werden uns zumindest online austauschen und mit unseren Partnern in Kontakt bleiben“, betonte der Präsident. Ziel sei es, Europa frühzeitig in mögliche Sicherheits- und Friedensstrukturen einzubinden.
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Angriffe auf Zivilisten dauern an
Während diplomatische Gespräche vorbereitet werden, bleibt die Lage vor Ort dramatisch. Besonders betroffen ist die ostukrainische Stadt Kostjantyniwka im Bezirk Kramatorsk.
Nach Angaben der Militärverwaltung setzen russische Streitkräfte dort gezielt Drohnen gegen Zivilisten und Evakuierungshelfer ein. Bei einem Angriff wurde ein Mann getötet, zwei weitere Personen verletzt. Die Opfer halfen gerade bei einer Evakuierungsaktion.
Auch ein Fahrzeug der Kramatorsker Freiwilligenvereinigung, die täglich Menschen aus Gefahrenzonen bringt, wurde beschossen. Die Behörden warnen: In der Stadt gebe es keine sicheren Orte mehr.
Drohnen- und Raketenangriffe in mehreren Regionen
Am Weihnachtstag wurden bei russischen Angriffen in den Regionen Donezk, Saporischschja und Cherson mindestens drei Menschen getötet und 13 verletzt.
In Odessa traf eine russische Drohne eine Infrastruktureinrichtung und löste einen Brand aus. Die ukrainische Luftwaffe meldete, in der Nacht 73 Drohnen sowie eine Iskander-M-Rakete abgeschossen zu haben. Insgesamt seien mindestens 99 Drohnen gestartet worden.
Nach dem Krieg: Europäische Truppen in der Ukraine?
Brisant sind auch Aussagen aus Kiew zur Zeit nach dem Krieg. Präsidentenberater Mychajlo Podoljak erklärte, dass Deutschland, Grossbritannien, Frankreich und die Türkei grundsätzlich bereit seien, nach Kriegsende Truppen in die Ukraine zu entsenden.
Diese Präsenz solle der Abschreckung Russlands dienen. Noch offen seien jedoch Fragen zur Finanzierung und zur Einbindung weiterer Staaten.










