Die Schweizer Uhrenindustrie rutscht deutlich ins Minus
Die Zahlen treffen die Branche hart.
Im April sind die Schweizer Uhrenexporte massiv eingebrochen – ein Rückgang, der selbst erfahrene Marktbeobachter überrascht. Besonders auffällig: Der US-Markt verliert drastisch an Dynamik, während einzelne kleinere Märkte gegen den Trend wachsen.
Die Gesamtexporte sanken im Vergleich zum Vorjahr um 16,6 Prozent auf 2,13 Milliarden Franken. Für die ersten vier Monate ergibt sich ein kumuliertes Minus von 3,9 Prozent. Grundlage sind aktuelle Daten des Branchenverbands FH.
US-Markt sorgt für den stärksten Schock
Der grösste Einbruch kommt aus den Vereinigten Staaten.
Die Exporte in die USA fielen um 56,4 Prozent. Laut FH handelt es sich dabei jedoch nicht nur um eine echte Marktschwäche, sondern um einen starken Basiseffekt.
Warum der Rückgang so extrem wirkt
Mehrere Faktoren spielen zusammen:
- Im Vorjahr waren die Exporte ungewöhnlich hoch
- Grund waren angekündigte US-Zollerhöhungen
- Händler hatten damals Lager stark aufgefüllt
- Jetzt normalisiert sich die Nachfrage
Im Vergleich zu April 2024 liegen die Exporte in die USA trotzdem noch um 8,9 Prozent höher.
Teure Luxusuhren verlieren besonders stark
Nicht alle Segmente sind gleich betroffen.
Während günstigere Modelle teilweise stabil bleiben, geraten hochpreisige Produkte massiv unter Druck.
Entwicklung nach Preisklassen
- Uhren 200–500 Franken: +7,7 Prozent
- Alle anderen Segmente: Rückgang
- Uhren über 3000 Franken: −19,0 Prozent
Das zeigt deutlich: Die Nachfrage verschiebt sich in Richtung erschwinglicherer Modelle.
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Diese Märkte entwickeln sich überraschend positiv
Trotz der Gesamtkrise gibt es Lichtblicke.
Einige Absatzmärkte legten deutlich zu:
- Frankreich: +46,3 Prozent
- Singapur: +17,3 Prozent
- China: +17,1 Prozent
- Hongkong: +13,5 Prozent
Der FH weist allerdings darauf hin, dass das Wachstum in Frankreich nicht zwingend die reale Marktnachfrage widerspiegelt.
Europa und Nahost unter Druck
Mehrere wichtige Märkte zeigen klar nach unten:
- Japan: −12,1 Prozent
- Grossbritannien: −9,7 Prozent
- Deutschland: −6,4 Prozent
- Vereinigte Arabische Emirate: −9,5 Prozent
Damit geraten gleich mehrere klassische Absatzregionen gleichzeitig unter Druck.
Was bedeutet das für die Branche?
Die aktuelle Entwicklung zeigt eine klare Verschiebung:
- Luxussegment verliert an Schwung
- Preisbewusste Käufer werden wichtiger
- Exportmärkte reagieren sehr unterschiedlich
- Vorjahres-Effekte verzerren die Statistik stark
Branchenexperten sehen vor allem Unsicherheit in den globalen Märkten als Haupttreiber.
Ein Warnsignal mit vielen Nuancen
Der starke Rückgang im April ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer breiteren Abkühlung im globalen Luxusmarkt.
Gleichzeitig zeigen einzelne Regionen weiterhin Wachstum – die Branche bleibt damit in einer Phase deutlicher Umverteilung statt eines einheitlichen Absturzes.






