Die Schweizer Gletscher starten mit einer alarmierenden Ausgangslage in den Sommer.
Auf vielen Eisflächen fehlt genau jener Schnee, der die Gletscher normalerweise vor starker Schmelze schützt.
Besonders besorgniserregend: In Teilen des Engadins wurden neue Negativrekorde gemessen.
Ein Viertel weniger Schnee als üblich
Das Schweizer Gletschermessnetz Glamos hat im April und Mai auf 25 Gletschern die Schneemengen untersucht.
Das Ergebnis fällt deutlich schlechter aus als im langjährigen Durchschnitt.
Laut dem aktuellen Messbericht liegt schweizweit rund 25 Prozent weniger Schnee auf den Gletschern als normalerweise Ende des Winters.
Damit zählt der Winter 2025/2026 zu den fünf schneeärmsten der vergangenen zwei Jahrzehnte.
Warum die Schneedecke so wichtig ist
Die Schneeschicht wirkt wie eine natürliche Schutzdecke.
Sie reflektiert Sonnenstrahlen und schützt das darunterliegende Eis vor schneller Erwärmung.
Fehlt dieser Schutz, beginnt die eigentliche Gletscherschmelze oft deutlich früher.
Engadin besonders stark betroffen
Besonders dramatisch ist die Lage laut den Fachleuten in der Südostschweiz.
Auf den Gletschern Pers und Murtèl im Engadin wurden neue Negativrekorde bei der sogenannten Winter-Massenbilanz registriert.
Das bedeutet: Noch nie seit Beginn der Messungen lag dort nach dem Winter so wenig Schnee.
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Diese Regionen kämpfen besonders mit Schneemangel
- Engadin
- Südostschweiz
- Teile Graubündens
- Hochalpine Regionen mit wenig Winter-Niederschlag
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen waren teilweise gross.
Während einige Gebiete noch relativ stabile Schneemengen aufweisen, fehlt andernorts bereits im Frühling ein erheblicher Teil der Schutzschicht.
Was bedeutet das für den Sommer?
Für Glaziologinnen und Glaziologen ist die Ausgangslage besorgniserregend.
Denn schneearme Winter erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Gletscher im Sommer massiv an Masse verlieren.
Entscheidend wird nun sein, wie warm die kommenden Monate ausfallen.
Mögliche Folgen eines heissen Sommers
- beschleunigte Gletscherschmelze
- stärker freiliegende Eisflächen
- mehr Steinschläge in Alpenregionen
- Veränderungen bei Wasserreserven
- zusätzliche Belastung für alpine Ökosysteme
Schon in den vergangenen Jahren verloren Schweizer Gletscher teils rekordverdächtige Mengen an Eis.
Schweizer Gletscher schrumpfen seit Jahren massiv
Die Gletscherschmelze gehört zu den sichtbarsten Folgen des Klimawandels in der Schweiz.
Viele kleinere Gletscher haben in den vergangenen Jahrzehnten stark an Fläche verloren oder sind bereits verschwunden.
Forschende warnen seit Jahren davor, dass sich dieser Trend weiter beschleunigen könnte.
Was Forschende beobachten
- frühere Schneeschmelze
- längere Hitzeperioden
- steigende Durchschnittstemperaturen
- häufigere Extremwetterlagen
- schneller Rückgang des Gletschervolumens
Die aktuelle Schneebilanz könnte deshalb bereits ein erstes Warnsignal für einen schwierigen Gletschersommer 2026 sein.






