Die Schweizer Banken beurteilen den zunehmenden regulatorischen Druck so kritisch wie seit Jahren nicht mehr. Besonders die Verschärfung der Regulierung bereitet den Instituten Sorgen. In einer aktuellen Umfrage bewerteten die befragten Bankchefs diese Herausforderung mit durchschnittlich 8,81 von 10 Punkten. Gleichzeitig bleibt die aktuelle Geschäftslage grundsätzlich zufriedenstellend.
Die Sorge über eine «verschärfte Regulierung» erreichte damit den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Im Vorjahr lag die durchschnittliche Bewertung noch bei 8,11 Punkten.
Die Ergebnisse wurden am Dienstag an der Konferenz «Branchentalk Banken» in Bern vorgestellt. Grundlage ist eine Umfrage des Portals schweizeraktien.net unter 31 CEOs von Regional- und Kantonalbanken.
Regulierung gehört zu den grössten Sorgen
Auf einer Skala von 1 für eine geringe bis 10 für eine sehr hohe Belastung bewerteten die Bankchefs den regulatorischen Druck mit 8,81 Punkten. Damit liegt die Sorge deutlich über dem Vorjahreswert.
Ein Durchschnitt von mehr als acht Punkten wurde in dieser Kategorie erst zum dritten Mal erreicht. In früheren Jahren lagen die Bewertungen teilweise unter sieben Punkten.
Neben der Regulierung zählen auch Datensicherheit und IT-Kosten zu den drei wichtigsten Herausforderungen der befragten Banken. Andere Faktoren werden dagegen als weniger problematisch eingeschätzt.
Dazu gehören unter anderem die niedrige Zinsmarge und die Wettbewerbsintensität. Die Ergebnisse zeigen damit, dass nicht nur wirtschaftliche Rahmenbedingungen, sondern zunehmend auch regulatorische Anforderungen die Banken beschäftigen.
Banken grundsätzlich zufrieden, aber vorsichtig
Trotz der wachsenden Sorgen über die Regulierung fällt die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage insgesamt positiv aus. Die befragten Banken zeigen sich mit ihrer derzeitigen Situation grundsätzlich zufrieden.
Der Blick nach vorne fällt allerdings zurückhaltender aus. Für die Zukunft sind die Institute tendenziell skeptisch und rechnen offenbar mit zusätzlichen Herausforderungen.
Die Umfrage liefert damit ein differenziertes Bild des Schweizer Bankenplatzes: Die aktuelle Lage wird überwiegend positiv beurteilt, gleichzeitig wächst die Sorge über die Rahmenbedingungen und den steigenden Aufwand durch regulatorische Vorgaben.
Besonders die Entwicklung der Regulierung dürfte für Regional- und Kantonalbanken deshalb ein wichtiges Thema bleiben. Die aktuelle Bewertung von 8,81 Punkten zeigt, wie stark dieses Thema inzwischen in den Führungsetagen der Institute gewichtet wird.






