Die Schweizer Banken blicken nach einem Rekordjahr 2025 zuversichtlich auf 2026. Der Geschäftserfolg der Branche stieg im vergangenen Jahr um 5,8 Prozent auf 73,8 Milliarden Franken. Auch die verwalteten Vermögen erreichten ein Rekordniveau. Für 2026 erwarten Experten weiteres Wachstum, vor allem im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft.
2025 erzielten die Schweizer Banken beim Geschäftserfolg, der als Mass für die operative Leistung gilt, einen neuen Höchststand. Insgesamt stieg dieser bei allen Banken um 5,8 Prozent auf 73,8 Milliarden Franken, wie aus dem am Montag veröffentlichten Bankenbarometer von Swiss Banking hervorgeht.
Besonders stark entwickelte sich das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Es legte um 6,5 Prozent zu und trug damit wesentlich zum positiven Jahresergebnis bei. Der übrige ordentliche Erfolg nahm sogar um mehr als ein Viertel zu, macht im Gesamtgeschäft allerdings nur einen vergleichsweise kleinen Anteil aus.
Beim Zinserfolg zeigte sich dagegen eine rückläufige Entwicklung. Dieser sank um 0,8 Prozent, insbesondere wegen des anhaltenden Margendrucks. Die höheren Kreditvolumen konnten den Rückgang nicht ausgleichen.
Verwaltete Vermögen erstmals über 10 Billionen Franken
Auch bei den verwalteten Vermögen setzte sich die positive Entwicklung fort. Ende 2025 erreichten die Schweizer Banken mit 9729 Milliarden Franken einen neuen Höchststand, was einem Anstieg von 4,8 Prozent entspricht.
Im ersten Halbjahr 2026 nahm das Volumen weiter deutlich zu. Mit 10’120 Milliarden Franken überschritten die verwalteten Vermögen erstmals die Marke von 10 Billionen Franken.
Ausschlaggebend war insbesondere die positive Entwicklung an den Aktienmärkten. Dadurch stiegen die Wertschriftenbestände in den Kundendepots. Sowohl die Vermögen inländischer als auch ausländischer Kunden nahmen zu.
Bankenbranche blickt optimistisch auf 2026
Für das laufende Jahr erwarten die von Swiss Banking befragten Anlagechefs sowie Chefökonominnen und Chefökonomen der Schweizer Banken überwiegend eine positive Entwicklung. Mehr als die Hälfte rechnet mit einem erneut höheren Geschäftsergebnis. Rund ein Drittel erwartet eine stabile Entwicklung, während keiner der Befragten von einem Rückgang ausgeht.
Als wichtiger Wachstumstreiber gilt erneut das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Das klassische Zinsgeschäft dürfte dagegen wegen des weiterhin schwierigen Zinsumfelds unter Druck bleiben.
Auch die grenzüberschreitende Vermögensverwaltung soll zum Wachstum beitragen. Eine Mehrheit der befragten Experten erwartet eine weitere Zunahme des Vermögensverwaltungsgeschäfts.
Als Vorteil der Schweiz wird dabei ihre Position als stabiler und sicherer Finanzplatz genannt. Gerade angesichts der geopolitischen Unsicherheiten bleibe die Schweiz für ausländische Kunden attraktiv.
Gleichzeitig stehen die Banken vor Herausforderungen. Als wichtige Risiken nennen die Befragten den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch digitale Plattformen und Technologieanbieter. Auch die steigende Regulierungsdichte wird von einer grossen Mehrheit als wichtig oder sehr wichtig eingeschätzt.
Zahl der Vollzeitstellen geht zurück
Die gute Geschäftsentwicklung spiegelte sich bislang nicht vollständig im Personalbestand wider. Ende 2025 beschäftigten die Schweizer Banken 92’002 Personen in Vollzeitstellen. Das entspricht einem Rückgang von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Rückgang sei vor allem auf die Entwicklung bei der UBS zurückzuführen, der einzigen verbliebenen Grossbank der Schweiz. Bei den übrigen Bankengruppen nahm die Zahl der Stellen dagegen zu.
Auch im ersten Halbjahr 2026 setzte sich der Stellenabbau gemäss einer Umfrage von Swiss Banking fort. Verantwortlich dafür war insbesondere ein Rückgang der Beschäftigung im Ausland.
Für das Gesamtjahr fällt die Einschätzung zur Beschäftigung dennoch vergleichsweise stabil aus. Knapp 60 Prozent der befragten Experten erwarten eine unveränderte Personalentwicklung, während rund ein Drittel sogar mit einem Anstieg der Beschäftigtenzahl rechnet.
Damit verbindet die Schweizer Bankenbranche für 2026 gute Geschäftsaussichten mit einem weiterhin herausfordernden Umfeld bei Zinsen, Regulierung, Digitalisierung und Personal.
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