Kurz vor Ablauf der US-Zollfrist herrscht Unsicherheit über die künftigen Handelsbedingungen zwischen der Schweiz und den USA. Während Washington neue Importzölle vorbereitet, laufen die Verhandlungen weiter. Für Schweizer Exporteure steht viel auf dem Spiel – ein Durchbruch ist bislang jedoch nicht in Sicht.
Entscheid fällt nach Ablauf der Zollfrist
In der Nacht auf Freitag endet die befristete US-Zollregelung, die seit dem Frühjahr auf fast alle Importe in die Vereinigten Staaten angewendet wird. Damit rückt die Frage in den Fokus, welche Zölle künftig für Schweizer Produkte gelten werden.
US-Präsident Donald Trump hat zuletzt weitere Handelsmassnahmen angekündigt. Neben zusätzlichen Zöllen auf Waren aus Kanada stellte er auch hohe Einfuhrabgaben für bestimmte Produkte der Pharmaindustrie in Aussicht.
Für Schweizer Waren gilt derzeit ein durchschnittlicher US-Zollsatz von rund 2,3 Prozent sowie ein zusätzlicher Einfuhrzoll von 10 Prozent. Hinzu kommen bereits bestehende Sonderzölle auf einzelne Warengruppen wie Stahl oder Aluminium.
Schweiz setzt auf weitere Verhandlungen
Die Schweiz führt ihre Gespräche mit den USA fort. Bundespräsident Guy Parmelin traf sich zuletzt mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer, um eine möglichst vorteilhafte Lösung für die Schweizer Exportwirtschaft zu erreichen.
Greer äusserte sich zuletzt positiv über die Schweiz und erklärte, das Land erfülle viele der Erwartungen Washingtons. Als Pluspunkt gilt unter anderem, dass die Schweiz ihren Handelsüberschuss gegenüber den USA deutlich reduziert hat. Zudem investierten Schweizer Unternehmen allein zwischen Jahresbeginn und April rund 27 Milliarden Franken in den Vereinigten Staaten.
Dennoch bleibt offen, ob diese Argumente ausreichen, um zusätzliche Zölle zu verhindern.
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Experten rechnen mit moderatem Anstieg
Nach Einschätzung von Branchenexperten könnten die neuen US-Zölle für Schweizer Exporte zwischen 10 und 12,5 Prozent liegen. Da bereits ein zusätzlicher Zoll von 10 Prozent gilt, könnte sich die gesamte Zollbelastung für Schweizer Waren auf knapp 15 Prozent erhöhen.
Unklar ist zudem, ob Washington weitere Abgaben wegen sogenannter industrieller Überkapazitäten einführen wird. Sollte ein entsprechender Bericht veröffentlicht werden, wäre zunächst ein Konsultationsverfahren vorgesehen, bevor neue Massnahmen in Kraft treten könnten.
Auswirkungen für Schweizer Unternehmen
Volkswirtschaftlich wären leicht höhere Zölle zwar eine Belastung, sie gelten jedoch nicht als existenzbedrohend für die meisten Schweizer Exportunternehmen.
Ökonomen gehen davon aus, dass viele Firmen einen moderaten Zollunterschied gegenüber der Europäischen Union über Preisanpassungen oder veränderte Vertragsmodelle teilweise ausgleichen könnten. Dazu zählen etwa separate Service- oder Wartungsverträge, die nicht unter dieselben Zollbestimmungen fallen.
Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit hoch. Die weitere Entwicklung hängt sowohl von den laufenden Verhandlungen als auch von den handelspolitischen Entscheidungen der US-Regierung ab.






