Es ist ein Thema, das oft im Verborgenen bleibt – und doch tausende Menschen betrifft.
In Bern ziehen Bund, Kantone und Zivilgesellschaft jetzt Bilanz: Die Schweiz hat im Kampf gegen häusliche und sexuelle Gewalt Fortschritte erzielt.
Doch klar ist auch: Es reicht noch nicht.
Roadmap zeigt erste Wirkung
Am 27. April 2026 haben Vertreterinnen und Vertreter aus mehreren Bundesstellen in Bern die sogenannte „Roadmap gegen häusliche und sexuelle Gewalt“ bewertet.
Beteiligt waren unter anderem:
- Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)
- Eidgenössisches Departement des Innern (EDI)
- Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD)
- Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und -direktoren (SODK)
Das Fazit: Die gemeinsame Strategie wirkt – aber der Handlungsbedarf bleibt hoch.
Neue Opferhilfenummer 142 kommt
Ein zentrales Projekt steht kurz vor der Einführung:
Die nationale Kurznummer 142 für Opferhilfe.
Was sie bringen soll:
- Schneller Zugang zu Unterstützung
- Unkomplizierte Erstberatung
- Bessere Vernetzung von Hilfsangeboten
Die Inbetriebnahme ist per 1. Mai 2026 geplant.
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Bessere Schutzsysteme für Betroffene
Mehrere Massnahmen wurden bereits umgesetzt oder sind in Entwicklung:
Bedrohungsmanagement
- Einheitliche Standards in den Kantonen
- Frühzeitige Risikoerkennung
- Gezielte Schutzmassnahmen
Elektronische Überwachung
- Pilotprojekte zeigen Wirkung
- Einsatz je nach Gefährdungslage
- Ziel: bessere Prävention von Eskalationen
Medizinische Ersthilfe und Beweise
Auch im medizinischen Bereich tut sich etwas:
- Kostenlose rechtsmedizinische Dokumentation geplant
- Bessere Beweissicherung für Strafverfahren
- Einfacherer Zugang zu Erstversorgung
Das Ziel: Mehr Betroffene sollen den Schritt zur Anzeige wagen.
Politische Weichenstellungen
Parallel laufen wichtige politische Diskussionen:
- Möglichkeit eines nationalen Gewaltschutzgesetzes
- Anpassungen im Opferhilfegesetz (OHG)
- Verschärfung im Zivil- und Familienrecht
- Prüfung von Änderungen im Waffenrecht
Besonders im Fokus: der Schutz von Kindern und die Bewertung von Gewalt in familiären Verfahren.
Prävention soll stärker werden
Die Kampagne „Gleichstellung verhindert Gewalt“ wird ausgebaut.
Geplant ist:
- Mehr öffentliche Aufklärung
- Fokus auf neue Notrufnummer 142
- Verstärkte Zusammenarbeit mit Gemeinden und NGOs
Neue nationale Strategie in Arbeit
Bund und Kantone arbeiten bereits an einer umfassenden Strategie gegen:
- häusliche Gewalt
- sexualisierte Gewalt
- geschlechtsbezogene Gewalt
Diese soll voraussichtlich 2027 verabschiedet werden.
Einordnung: Warum das Thema an Bedeutung gewinnt
Fachstellen warnen seit Jahren vor steigenden Fallzahlen.
Die aktuellen Massnahmen zeigen einen klaren Trend:
- mehr Koordination
- mehr Prävention
- schnellere Hilfe für Betroffene
Doch Experten betonen: Entscheidend ist die Umsetzung im Alltag.
Fortschritt ja – aber kein Abschluss
Die Schweiz baut den Schutz vor häuslicher Gewalt aus – strukturell, politisch und praktisch.
Doch die Roadmap ist kein Endpunkt, sondern ein Zwischenstand.






