Die Versorgung der Schweiz mit Benzin und Diesel ist derzeit sichergestellt. Nach der Wiederaufnahme der Produktion in der Erdölraffinerie Cressier NE sind weitere Bezüge aus Pflichtlagern vorerst nicht erforderlich. Die Versorgungslage bleibt wegen der anhaltenden Einschränkungen der Rheinschifffahrt jedoch angespannt.
Die einzige Erdölraffinerie der Schweiz in Cressier im Kanton Neuenburg hat nach einem rund zweiwöchigen Betriebsunterbruch vergangene Woche die Produktion wieder aufgenommen. Damit können die regulären Versorgungskanäle den Bedarf an Benzin und Diesel derzeit wieder decken.
Pflichtlager überbrückten kurzfristigen Engpass
Der Unterbruch der Raffinerie fiel mit den seit Wochen bestehenden Einschränkungen der Schifffahrt auf dem Rhein zusammen. Das anhaltende Niedrigwasser hatte die Transportkapazitäten für Mineralölprodukte bereits deutlich eingeschränkt.
Um einen dadurch entstandenen kurzfristigen Versorgungsengpass zu überbrücken, bewilligte der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung, Roland Pfister, vom 8. bis 20. September die Entnahme von bis zu 30’000 Kubikmetern Dieselöl und 30’000 Kubikmetern Benzin aus den Pflichtlagern.
Bei beiden Produkten entsprach die bewilligte Menge weniger als drei Prozent der jeweiligen Pflichtlagerbestände. Beim Benzin wurde die gesamte bewilligte Menge bezogen, beim Dieselöl rund zwei Drittel.
Raffinerie in Cressier wieder in Betrieb
Grund für den Produktionsunterbruch war ein technischer Defekt. Nach dessen Behebung konnte die Raffinerie in Cressier vergangene Woche wieder in Betrieb genommen werden.
Mit der Wiederaufnahme der Produktion hat sich die Situation bei der regulären Versorgung verbessert. Nach Angaben der Wirtschaftlichen Landesversorgung können die bestehenden Versorgungskanäle den Bedarf an Benzin und Diesel derzeit wieder decken. Weitere Bezüge aus den Pflichtlagern sind deshalb vorerst nicht notwendig.
Die zuvor entnommenen Mengen müssen von den Pflichtlagerhaltern innerhalb von sechs Monaten wieder eingelagert werden.
Niedrigwasser auf dem Rhein bleibt Herausforderung
Trotz der Entspannung bei der Versorgung bleibt die Lage bei den Mineralölprodukten angespannt. Vor allem das weiterhin niedrige Wasser auf dem Rhein schränkt die Transportkapazitäten ein.
Dadurch können weniger Güter pro Schiff transportiert werden. Für die Versorgung müssen deshalb teilweise andere Verkehrsträger genutzt werden, was die Logistik zusätzlich belastet.
Die Wirtschaftliche Landesversorgung beobachtet die Situation weiterhin eng. In ihr sind auch Akteure der betroffenen Branche eingebunden.
Aktuell ist die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten sichergestellt. Weitere Entnahmen aus Pflichtlagern sind nach derzeitigem Stand nicht erforderlich.






