Die Schweiz hat gesprochen – und das mit einer Deutlichkeit, die selbst politische Beobachter überrascht.
Bereits am Mittag ist klar: Beide nationalen Vorlagen fallen krachend durch.
Was bedeutet dieses doppelte Nein für Bürgerdienst, Nachhaltigkeit und zukünftige Verfassungsdebatten?
Aktuelles Update vom 30. November 2025 – Stand 12:34 Uhr
Die neusten Zwischenresultate aus den Kantonen zeigen ein eindeutiges Bild: Weder die Service-citoyen-Initiative noch die Initiative «Für eine Zukunft» können die Schweizer Stimmbevölkerung überzeugen.
Service-citoyen-Initiative – 85.48 % NEIN
Die Initiative verlangte, dass alle Schweizerinnen und Schweizer sowie dauerhaft in der Schweiz lebende Ausländerinnen und Ausländer einen obligatorischen Dienst an der Gemeinschaft leisten – sei es in Armee, Zivildienst oder Katastrophenschutz.
Zwischenergebnis:
85.48 % NEIN
Ein Doppelmehr wäre Voraussetzung gewesen – doch selbst ein einfaches Volksmehr ist ausser Reichweite.
Gründe für die deutliche Ablehnung:
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hoher organisatorischer Aufwand
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Zweifel an der Umsetzbarkeit im Milizsystem
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tiefe Akzeptanz für verpflichtende Dienste über die Wehrpflicht hinaus
Initiative «Für eine Zukunft» – 79.97 % NEIN
Die zweite heute zur Abstimmung stehende Initiative forderte, dass Bund und Kantone ihre Politik langfristig an Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit ausrichten müssen.
Zwischenergebnis:
79.97 % NEIN
Auch hier ist das Nein kaum mehr aufzuholen – die klare Ablehnung zieht sich über fast alle Kantone.
Kritikpunkte der Gegner:
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starke Einschränkung wirtschaftlicher Handlungsspielräume
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wenig konkrete Vorgaben, hoher Interpretationsspielraum
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Eingriff in verfassungsrechtliche Grundsätze
Der heutige Abstimmungssonntag sendet ein klares Signal:
Die Schweizer Stimmbevölkerung steht grossen strukturellen Reformen derzeit zurückhaltend gegenüber.
International ähnliche Tendenzen wurden auch in anderen Ländern bei Reformabstimmungen beobachtet.
Die heutige Entscheidung dürfte die innenpolitischen Debatten über Dienstpflicht, Klimapolitik und Generationengerechtigkeit nachhaltig prägen.










