Der Bundesrat treibt den Ausbau der bodengestützten Luftverteidigung weiter voran. Neben der laufenden Patriot-Beschaffung sollen nun Verhandlungen für ein zusätzliches System aufgenommen werden.
Ziel ist es, den Schutz vor Bedrohungen aus der Distanz zu verbessern und die Abhängigkeit von einzelnen Lieferketten zu reduzieren.
Beschlüsse des Bundesrates
An seiner Sitzung vom 24. Juni 2026 hat der Bundesrat das weitere Vorgehen zur Luftverteidigung festgelegt.
Dabei wurden zwei zentrale Entscheide getroffen:
- Zahlungen für das Patriot-System werden wieder aufgenommen
- Verhandlungen für ein zweites System werden gestartet
Die Umsetzung liegt beim Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).
Patriot-Beschaffung wird fortgeführt
Die Schweiz hält trotz Verzögerungen an der Beschaffung des Systems Patriot Luftabwehrsystem fest.
Die ausgesetzten Zahlungen im Rahmen des Foreign Military Sales-Programms werden wieder aufgenommen.
Damit soll verhindert werden, dass:
- das Projekt weiter verzögert wird
- Mehrkosten entstehen
- andere Beschaffungen (z. B. F-35A) gefährdet werden
Zweites System in Prüfung
Parallel prüft das VBS die Beschaffung eines zweiten Systems zur bodengestützten Luftverteidigung.
In Betracht gezogen werden Hersteller aus:
- Frankreich
- Israel
- Südkorea
Die Systeme sollen ein vergleichbares Schutzniveau wie Patriot bieten.
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Sicherheitslage als Treiber
Der Bundesrat begründet den Entscheid mit der verschlechterten geopolitischen Lage.
Als zentrale Bedrohungen gelten:
- Angriffe aus der Distanz
- hybride Bedrohungslagen
- zunehmende Unsicherheiten in der internationalen Lieferkette
Die Schweiz verfüge derzeit über keinen vollständigen Schutz gegen solche Bedrohungen.
Mehr Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit
Ein zweites System soll mehrere Ziele erfüllen:
- höhere Verteidigungs- und Durchhaltefähigkeit
- geringere Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter
- stabilere Lieferketten für Munition und Ersatzteile
Zudem soll geprüft werden, ob Teile der Produktion künftig in Europa oder der Schweiz erfolgen können.
Anforderungen an das neue System
Für die Auswahl gelten mehrere Kriterien:
- rasche Verfügbarkeit
- hohe Schutzleistung gegen Luftbedrohungen
- Integration ins Schweizer Einsatzsystem
- zuverlässige Logistik und Ersatzteilversorgung
- industrielle Kooperation in Europa oder der Schweiz
Mit dem gleichzeitigen Festhalten an Patriot und der Suche nach einem zweiten System verfolgt die Schweiz eine Doppelstrategie in der Luftverteidigung. Diese soll Risiken in Beschaffung und Sicherheit reduzieren.






