Die Schweizer Justiz steht unter Druck.
Noch nie sassen so viele Menschen im Land in Haft wie Anfang 2026. Gleichzeitig verändert sich die Art der Strafen deutlich.
Rekord bei Inhaftierten in der Schweiz
Laut dem Bundesamt für Statistik wurden im vergangenen Jahr insgesamt 111’962 Verurteilungen von Erwachsenen ins Strafregister eingetragen.
Mehr als die Hälfte dieser Fälle betraf Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz.
Besonders auffällig ist die Situation im Strafvollzug selbst.
Gefängnisse fast vollständig ausgelastet
Die Belegungsrate der Justizvollzugseinrichtungen liegt bei 97 Prozent.
Insgesamt befanden sich 7119 Personen in Haft.
Davon waren:
- 63 Prozent im Straf- oder Massnahmenvollzug
- der Rest in Untersuchungshaft oder anderen Formen der Inhaftierung
Die Situation führt vielerorts zu knappen Kapazitäten im Vollzug.
Weniger kurze Freiheitsstrafen
Während die Zahl der Inhaftierten steigt, zeigt sich ein anderer Trend in der Strafpraxis.
Kurze, unbedingte Freiheitsstrafen sind stark zurückgegangen.
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Historischer Tiefstand erreicht
Nur noch 2937 solcher Strafen wurden im letzten Jahr ausgesprochen.
Das ist ein neuer Tiefstand im Vergleich zu den Vorjahren.
Stattdessen wird häufiger auf alternative Sanktionen gesetzt.
Geldstrafen bleiben häufigste Sanktion
Am häufigsten verhängt wurden bedingte Geldstrafen.
Diese machten 78’693 Fälle aus.
Damit bleibt die Geldstrafe das zentrale Instrument im Schweizer Strafsystem.
Entwicklung im Überblick
- weniger Freiheitsstrafen
- mehr bedingte Sanktionen
- hohe Zahl an Verkehrsdelikten
Landesverweisungen bleiben stabil
Auch die Zahl der Landesverweisungen hat sich kaum verändert.
Im vergangenen Jahr wurden 2272 Personen aus der Schweiz ausgewiesen.
Diese Zahl blieb im Vergleich zu den Vorjahren relativ konstant.
Ursachen und Einordnung
Die hohe Belegung der Gefängnisse hat mehrere Gründe.
Dazu zählen:
- viele Verurteilungen im Bereich Strassenverkehr
- lange Verfahrensdauern im Strafvollzug
- begrenzte Kapazitäten in Haftanstalten
Fachleute weisen seit Jahren auf strukturelle Belastungen im System hin.
Die Schweiz steht im Strafvollzug vor einer angespannten Lage.
So viele Menschen wie nie zuvor sind in Haft, während sich die Strafpraxis gleichzeitig verändert.






