Die Schweiz verstärkt ihre humanitäre Unterstützung für Nepal nach der schweren Sturzflut vom 26. August 2026.https://imticker.ch/category/ausland/ Nach einer ersten Million US-Dollar stellt die Schweiz nun eine weitere Million für den UNO-Hilfsaufruf bereit. Zudem werden drei Schweizer Experten nach Nepal entsendet, um den Wiederaufbau und das Katastrophenrisikomanagement zu unterstützen.
Schweiz stellt insgesamt zwei Millionen US-Dollar bereit
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) reagierte bereits am 27. August auf die Katastrophe und stellte eine Million US-Dollar für die humanitäre Soforthilfe bereit. Die Mittel werden über das UNO-System eingesetzt und sollen unter anderem sauberes Trinkwasser, Notunterkünfte und Nahrungsmittel ermöglichen.
Auch die medizinische Versorgung sowie psychosoziale Unterstützung der betroffenen Bevölkerung gehören zu den vorgesehenen Bereichen. Die Schweizer Botschaft in Kathmandu konnte sich bei einem Besuch im Katastrophengebiet ein Bild von der Lage und den laufenden Rettungsarbeiten machen.
Auf dieser Grundlage entschied die Schweiz, den am 4. September veröffentlichten UNO-Hilfsaufruf mit einer weiteren Million US-Dollar zu unterstützen. Damit soll die Versorgung der Bevölkerung in besonders dringenden Bereichen verbessert werden.
Hilfe für Unterkunft, Gesundheit und Logistik
Die zusätzlichen Mittel sollen unter anderem für Logistik, Unterkünfte und die Lagerkoordination eingesetzt werden. Weitere Schwerpunkte sind Schutz, Bildung, Nahrungsmittelhilfe, Gesundheit und Hygiene sowie Telekommunikation.
Besonders betroffen ist nach Angaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) unter anderem der Distrikt Rasuwa mit den Ortschaften Timure und Syabrubesi. Auch Gebiete entlang des Flusses Trishuli sind von Überschwemmungen betroffen oder gefährdet.
Die Sturzflut hat neben Menschenleben und Wohngebieten auch Verkehrs- und Kommunikationsinfrastrukturen beschädigt. Die Schweizer Unterstützung soll deshalb sowohl die unmittelbare Versorgung als auch die Koordination der weiteren Hilfsmassnahmen ermöglichen.
Schweizer Experten unterstützen sicheren Wiederaufbau
Neben der finanziellen Hilfe entsendet die Schweiz zwei Experten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe in das Katastrophengebiet. Eine dritte Person wird über die Schweizer Botschaft in Kathmandu rekrutiert.
Die Experten sollen die nepalesischen Behörden beim sicheren Wiederaufbau unterstützen und dabei insbesondere die Risiken künftiger Naturgefahren berücksichtigen. Vor Ort arbeiten sie mit den nepalesischen Behörden, den Vereinten Nationen und dem International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD) zusammen.
Die Zusammenarbeit knüpft an bestehende Projekte an. Die Schweiz unterstützt Nepal bereits seit mehreren Jahren in den Bereichen Risikomodellierung, Katastrophenvorsorge und Frühwarnsysteme.
Langfristige Zusammenarbeit mit Nepal
Klimawandel und Katastrophenvorsorge gehören zu den drei Interventionsbereichen des Schweizer Kooperationsprogramms Nepal 2023–2028. Die aktuelle Unterstützung verbindet deshalb die kurzfristige humanitäre Hilfe mit langfristigen Massnahmen zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit Nepals.
Die Schweiz will die Erfahrungen aus der aktuellen Katastrophe nutzen, um bestehende Systeme zur Vorsorge und Frühwarnung weiterzuentwickeln. Damit soll Nepal künftig besser auf Naturgefahren reagieren und die Folgen solcher Ereignisse möglichst begrenzen können.






