Mehr als acht Milliarden Arbeitsstunden in nur einem Jahr.
Die neuen Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen: Die Schweiz arbeitet weiterhin enorm viel – aber anders als noch vor der Pandemie.
Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen Branchen, Berufen und der tatsächlichen Belastung im Alltag.
Über 8 Milliarden Arbeitsstunden im Jahr 2025
Laut den neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) wurden 2025 in der Schweiz insgesamt 8,114 Milliarden Arbeitsstunden geleistet.
Damit blieb das Arbeitsvolumen gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert.
Warum die Zahl stabil blieb
Die Entwicklung basiert auf zwei gegenläufigen Trends:
- mehr Arbeitsstellen (+0,3 %)
- gleichzeitig weniger Arbeitszeit pro Stelle (–0,3 %)
Unterm Strich führte dies zu einem stabilen Gesamtwert.
Vollzeitangestellte arbeiten wieder mehr
Die tatsächliche Arbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten stieg seit 2020 wieder an.
2025 arbeiteten Vollzeitangestellte durchschnittlich:
- 40 Stunden
- und 3 Minuten pro Woche
Das sind mehr als zwei Stunden mehr als während der Pandemiezeit.
Trotzdem noch unter dem Niveau von 2019
Vor Corona lag die durchschnittliche Wochenarbeitszeit noch bei:
- 40 Stunden
- und 54 Minuten
Die Arbeitswelt hat sich also trotz Erholung verändert.
Ferien und Freizeit nehmen leicht zu
Auch bei den Ferien zeigt sich eine kleine Veränderung.
Vollzeitarbeitnehmende hatten 2025 durchschnittlich 5,2 Wochen Ferien pro Jahr.
Unterschiede nach Alter
- 15–19 Jahre: 5,5 Wochen
- 20–49 Jahre: 5,0 Wochen
- 50–64 Jahre: 5,6 Wochen
Gerade ältere Arbeitnehmende profitieren häufiger von längeren Ferienregelungen.
Gesundheitsbedingte Absenzen bleiben hoch
Besonders auffällig:
Die Zahl der krankheits- oder unfallbedingten Absenzen blieb auch Jahre nach der Pandemie erhöht.
2025 fehlten Vollzeitangestellte durchschnittlich:
- 8,2 Tage pro Jahr
Zum Vergleich:
- 2019 waren es noch 7,2 Tage
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Diese Branchen fehlen am seltensten
Die wenigsten gesundheitsbedingten Ausfälle gab es in:
- Information und Kommunikation
- Freiberufliche und wissenschaftliche Dienstleistungen
- Kredit- und Versicherungsgewerbe
Dort lagen die Werte bei rund sechs Fehltagen pro Jahr.
Bau und Logistik besonders belastet
Am stärksten betroffen waren hingegen:
- Baugewerbe
- Verkehr und Lagerei
Dort wurden bis zu zehn Fehltage pro Jahr registriert.
Auch der Beruf macht einen Unterschied
Je höher das Qualifikationsniveau, desto geringer die Fehlzeiten.
Beispiele:
- Führungskräfte: 5,1 Tage
- Wissenschaftliche Berufe: 5,9 Tage
- Maschinenbedienung: 12,2 Tage
- Hilfsarbeitskräfte: 11,8 Tage
Die Statistik zeigt deutlich:
Körperlich belastende Berufe führen häufiger zu gesundheitlichen Ausfällen.
Schweiz arbeitet im europäischen Vergleich besonders viel
Im internationalen Vergleich gehört die Schweiz weiterhin zu den Ländern mit der höchsten Arbeitsleistung.
Vollzeitangestellte arbeiten länger als in der EU
Die tatsächliche Wochenarbeitszeit lag 2025 bei:
- Schweiz: 42 Stunden und 24 Minuten
- EU-Durchschnitt: 37 Stunden und 54 Minuten
Damit arbeitete niemand in der EU/EFTA länger als Vollzeitbeschäftigte in der Schweiz.
Teilzeit verändert das Gesamtbild
Berücksichtigt man allerdings alle Erwerbstätigen – inklusive Teilzeit –, nähert sich die Schweiz dem europäischen Durchschnitt an.
Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit aller Beschäftigten lag bei:
- Schweiz: 35 Stunden und 14 Minuten
- EU: 35 Stunden und 24 Minuten
Grund dafür ist der hohe Anteil an Teilzeitarbeit.
Schweiz bei Gesamtarbeitsleistung europaweit vorne
Ein besonders spannender Indikator zeigt, wie viel tatsächlich gearbeitet wird:
Die geleisteten Arbeitsstunden pro Einwohner ab 15 Jahren.
Hier liegt die Schweiz europaweit auf Rang vier.
Vor ihr liegen nur:
- Island
- Malta
- Zypern
Hohe Erwerbsquote als entscheidender Faktor
Die Schweiz erreicht diesen Spitzenwert vor allem wegen der hohen Erwerbsbeteiligung.
Viele Menschen arbeiten – auch wenn oft Teilzeit.
Die neuen Zahlen des BFS zeigen ein spannendes Bild:
Die Schweiz bleibt eines der fleissigsten Länder Europas.
Gleichzeitig haben sich Arbeitszeit, Gesundheit und Arbeitsmodelle seit Corona sichtbar verändert.
Vor allem die hohen Absenzen und die Unterschiede zwischen körperlichen und akademischen Berufen dürften künftig stärker diskutiert werden.






