Ein erneuter Justizskandal erschüttert Grossbritannien:
Zwölf weitere Häftlinge wurden in nur drei Wochen irrtümlich freigelassen – zwei von ihnen sind weiterhin auf der Flucht.
Justizminister David Lammy steht massiv unter Druck.
Wie konnte das passieren?
Zahlen, die alarmieren
Die neuesten Fälle kommen zu den bereits 91 dokumentierten Fehlfreilassungen zwischen April und Oktober 2025 hinzu.
Insgesamt stieg die Zahl der irrtümlich freigelassenen Häftlinge im Vergleich zum Vorjahr um 128 % – von 115 auf 262 Fälle.
Laut bbc.com kritisierte Charlie Taylor, Chefinspektor der Gefängnisse, dass das System „gewaltig schief läuft“.
Papierchaos und Personalmangel
Lammy nennt die Schwachstellen
Justizminister David Lammy nannte als Hauptgründe:
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Ein veraltetes papierbasiertes System
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Menschliche Fehler bei Dokumentation und Entlassung
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Personalmangel nach einem Verlust von 6.000 Beamten unter der vorherigen Regierung
Er kündigte Investitionen von 10 Millionen Pfund in KI-Systeme an, um das Fehlerrisiko künftig zu senken.
Politische Reaktionen & Sicherheitslage
Kritik von allen Seiten
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Robert Jenrick (Tories): „Ein chaotisches Management, das die Öffentlichkeit gefährdet.“
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Jess Brown-Fuller (LibDems): „Die Regierung muss ihre Versäumnisse eingestehen.“
Einige Fälle, wie jener von Hadush Kebatu, der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt war, sorgten für besonders grosse Empörung. Kebatu wurde nach zwei Tagen wieder gefasst und nach Äthiopien abgeschoben.
Wer ist noch auf freiem Fuss?
Zwei Häftlinge weiter flüchtig
Lammy erklärte, die verbleibenden Flüchtigen seien weder Gewalt- noch Sexualstraftäter.
Weitere Details wurden nicht veröffentlicht, um polizeiliche Ermittlungen nicht zu gefährden.
Welche Massnahmen wurden ergriffen?
Checklisten, KI & Untersuchung
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Neue Checkliste für Gefängnisleitungen bei Entlassungen
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Beauftragung von Dame Lynne Owens, ehemalige Vizechefin von Scotland Yard, zur Untersuchung der Fehler
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Bericht bis Februar 2026
Überlastung & Visaprobleme
Taylor warnt vor Personalengpässen
Viele Gefängnisse seien zunehmend von ausländischem Personal abhängig – insbesondere aus Westafrika.
Neue Visaregeln könnten die Situation verschärfen.
Zudem müssen sich die Gefängnisse gleichzeitig auf verschiedene politische Programme zur Frühentlassung einstellen – eingeführt sowohl von den Tories als auch von Labour.
Ein System am Limit?
Versagen der Verwaltung oder Symptom systemischer Überforderung?
Der jüngste Fehler ist nicht der erste – aber könnte der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Ohne Digitalisierung, bessere Ausbildung und politische Einigkeit wird das Vertrauen in das britische Justizsystem weiter bröckeln.










