Ein Steak hier, ein Grillabend dort – und plötzlich ist die empfohlene Jahresmenge bereits aufgebraucht.
Die Schweiz erreicht den sogenannten Meat Exhaustion Day dieses Jahr schon am 7. Mai.
Tierschutzorganisationen warnen: Der hohe Fleischkonsum belastet Tiere, Klima und langfristig auch die Gesundheit.
Schweiz konsumiert deutlich mehr Fleisch als empfohlen
Laut aktuellen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) lag der durchschnittliche Fleischkonsum in der Schweiz im Jahr 2024 bei mehr als 47 Kilogramm pro Person.
Die renommierte EAT-Lancet-Kommission empfiehlt dagegen maximal 16,4 Kilogramm pro Jahr.
Das bedeutet: Bereits nach etwas mehr als vier Monaten ist die empfohlene Menge rechnerisch erreicht.
Fast ein Kilogramm Fleisch pro Woche
Umgerechnet konsumiert jede Person in der Schweiz pro Woche fast ein Kilogramm Fleisch.
Das entspricht laut VIER PFOTEN mehr als fünf Steaks pro Woche.
Besonders auffällig: Der Konsum ist gegenüber dem Vorjahr sogar leicht gestiegen.
- 2023: 45,6 Kilogramm pro Kopf
- 2024: über 47 Kilogramm pro Kopf
VIER PFOTEN warnt vor Folgen für Tiere und Klima
Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN sieht im hohen Fleischkonsum ein wachsendes Problem.
«Wir liegen mit unserem Fleischkonsum deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 33,8 Kilogramm pro Kopf», erklärt Nicolas Roeschli, Campaigner bei VIER PFOTEN Schweiz.
Laut der Organisation fördert der hohe Konsum die Intensivproduktion von Fleisch.
Diese habe direkte Auswirkungen auf:
- Tierwohl
- Ressourcenverbrauch
- Treibhausgasemissionen
- Gesundheitssysteme
- Antibiotikaresistenzen
Mehr als 80 Millionen Tiere jährlich geschlachtet
Nach Angaben von VIER PFOTEN werden in der Schweiz jedes Jahr mehr als 80 Millionen sogenannte Nutztiere geschlachtet.
Viele Tiere lebten unter Bedingungen, die ihren natürlichen Bedürfnissen nicht entsprechen.
Kritisiert werden unter anderem:
- beengte Platzverhältnisse
- eingeschränkter Auslauf
- Belastungen durch Transporte
- Stress bei der Schlachtung
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Kritik an Fleischrabatten im Detailhandel
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft aggressive Rabattaktionen auf Fleischprodukte.
Laut VIER PFOTEN würden günstige Preise viele Konsumentinnen und Konsumenten dazu verleiten, grössere Mengen zu kaufen.
Die tatsächlichen Folgekosten seien jedoch deutlich höher.
Die versteckten Kosten des Fleischkonsums
Die Organisation verweist insbesondere auf Belastungen durch:
- Umweltverschmutzung
- Klimaschäden
- steigende Gesundheitskosten
- Antibiotikaresistenzen
- intensive Tierhaltung
«Gerade billiges Fleisch aus Intensivtierhaltung kommt uns teuer zu stehen», sagt Roeschli.
Politik und Konsumenten sollen handeln
VIER PFOTEN fordert politische Massnahmen zur Reduktion des Fleischkonsums.
Dazu gehören laut der Organisation verbindliche Rahmenbedingungen und weniger Fehlanreize im Verkauf.
Gleichzeitig sieht die Tierschutzorganisation auch Konsumentinnen und Konsumenten in der Verantwortung.
Das 3R-Prinzip
Die Kampagne orientiert sich am sogenannten 3R-Prinzip:
- weniger tierische Produkte konsumieren
- bewusst Produkte mit höheren Tierwohlstandards wählen
- häufiger pflanzliche Alternativen nutzen
Schon kleine Veränderungen im Alltag könnten laut VIER PFOTEN die Situation vieler Tiere verbessern.
Warum der Fleischkonsum weltweit diskutiert wird
Der Zusammenhang zwischen Ernährung, Klima und Gesundheit rückt international immer stärker in den Fokus.
Wissenschaftliche Studien zeigen seit Jahren, dass insbesondere die industrielle Fleischproduktion grosse Mengen an Ressourcen benötigt.
Dazu gehören:
- Wasserverbrauch
- Futtermittelproduktion
- Energieaufwand
- CO₂- und Methanemissionen
Auch gesundheitlich wird ein hoher Konsum von verarbeitetem Fleisch regelmässig kritisch bewertet.
Die EAT-Lancet-Kommission empfiehlt deshalb weltweit stärker pflanzenbasierte Ernährungsmuster.
Fazit
Der Meat Exhaustion Day macht sichtbar, wie stark der Fleischkonsum in der Schweiz weiterhin über internationalen Empfehlungen liegt.
Während Tierschutzorganisationen dringend Veränderungen fordern, bleibt die Frage offen, ob Politik, Detailhandel und Konsumierende tatsächlich umdenken.







