An einer der renommiertesten Militärschulen Italiens erschüttert ein schwerer Missbrauchsskandal die Öffentlichkeit.
Ein 48-jähriger Lehrer der traditionsreichen Militärschule Teulié in Mailand steht unter Hausarrest. Die italienische Justiz wirft ihm vor, über Monate hinweg mehrere Schüler sexuell missbraucht, manipuliert und unter Druck gesetzt zu haben.
Ermittlungen nach Aussagen eines Schülers
Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch die Aussage eines Schülers im März 2026. Der Jugendliche soll sich an Vorgesetzte gewandt haben, die daraufhin die Behörden einschalteten.
Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft Mailand sowie den Carabinieri geführt.
Dem Lehrer werden unter anderem vorgeworfen:
- sexuelle Übergriffe
- Erpressung
- Misshandlung von Schülern
- psychische Manipulation
- versuchte Beeinflussung von Zeugen
- mögliche Beweismanipulation
Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe bislang nicht öffentlich. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Richter spricht von Druck und Abhängigkeit
Nach Angaben des Ermittlungsrichters soll der Lehrer seine Position gezielt ausgenutzt haben.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass er als Mitglied einer Prüfungskommission Einfluss auf schulische Leistungen und den Erwerb des Abschlusses gehabt haben soll.
Mehrere Schüler gaben laut Ermittlungsakten an, aus Angst vor negativen Konsequenzen auf Forderungen des Lehrers eingegangen zu sein.
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Schüler berichten von Einschüchterungen
Den Ermittlungsunterlagen zufolge sollen Jugendliche unter anderem:
- unter psychischen Druck gesetzt worden sein
- intime Details ihres Privatlebens preisgegeben haben
- Geldgeschenke erhalten haben
- aufgefordert worden sein, private Fotos zu schicken
Einige Schüler erklärten laut den Akten, sie hätten befürchtet, ohne Kooperation schlechter bewertet zu werden oder ihren Schulabschluss zu gefährden.
Weitere mögliche Opfer im Fokus
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Zahl der betroffenen Schüler noch steigen könnte.
Deshalb wurden inzwischen weitere Personen befragt, darunter Lehrer und Mitarbeitende der Schule.
Zwei Schülerinnen sagten aus, sie hätten keine direkten Übergriffe beobachtet, seien jedoch auf auffällige Bevorzugungen einzelner Schüler aufmerksam geworden.
Ermittlungen wurden offenbar bekannt
Besonders brisant ist ein weiterer Vorwurf.
Laut den Ermittlungsbehörden soll der Lehrer von den laufenden Untersuchungen erfahren haben, bevor diese abgeschlossen waren.
Daraufhin sollen Telefonüberwachungen unterbrochen worden sein. Nun wird untersucht, ob interne Informationen an den Beschuldigten weitergegeben wurden.
Die Militärschule Teulié
Die Militärschule Teulié in Mailand zählt zu den angesehensten Bildungseinrichtungen Italiens.
Die Einrichtung wurde ursprünglich im Jahr 1802 gegründet und bereitet Schülerinnen und Schüler auf eine mögliche militärische Laufbahn vor. Der nun beschuldigte Lehrer gehörte laut den Ermittlungsakten nicht dem Militär an, sondern dem zivilen Lehrpersonal.
Der Fall sorgt in Italien für grosse Bestürzung. Die Vorwürfe gegen den Lehrer wiegen schwer und betreffen eine Institution mit nationalem Renommee.
Während die Ermittlungen weiterlaufen, konzentrieren sich die Behörden nun darauf, mögliche weitere Opfer zu identifizieren und die Vorwürfe umfassend aufzuklären.






