Ein Mond, der aussieht wie der „Todesstern“ aus Star Wars – und darunter ein brodelnder Ozean?
Was nach Science-Fiction klingt, könnte real sein. Neue Modelle liefern Hinweise auf einen kochenden Untergrund.
Der Saturnmond Mimas, der wegen seines markanten Einschlagkraters oft mit dem „Todesstern“ verglichen wird, könnte einen flüssigen, möglicherweise sogar kochenden Ozean unter seiner Eiskruste beherbergen. Das berichtet newsweek.com unter Berufung auf eine neue Studie der University of California, Davis.
Obwohl Mimas geologisch „tot“ wirkt, zeigt eine minimale Taumelbewegung (Libration) Hinweise auf eine innere Flüssigkeitsschicht.
Warum Mimas besonders ist
Viele eisige Monde wie Enceladus oder Europa sind seit Jahren bekannt dafür, unterirdische Ozeane zu besitzen. Diese Ozeanwesen gelten als mögliche Hotspots für extraterrestrisches Leben.
Doch Mimas schien bisher als unspektakulär – kalt, starr, unbeweglich.
Die neue Untersuchung zeigt jedoch:
Unter gewissen Bedingungen könnte unter der bis zu 30 km dicken Eiskruste tatsächlich Wasser existieren.
Und dieses Wasser könnte den Tripelpunkt erreichen – also gleichzeitig flüssig, fest und gasförmig sein.
Das bedeutet: Der Ozean könnte kochen.
Was den Ozean erhitzt
Eisige Monde werden durch Gezeitenkräfte erwärmt, die entstehen, wenn sie von ihrem Mutterplaneten und benachbarten Monden angezogen werden. Diese Kräfte können:
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die Eiskruste schmelzen
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interne Wärme erzeugen
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den Ozean destabilisieren
Das Forschungsteam simulierte, was passiert, wenn die untere Seite der Eisschicht schmilzt.
Ihr Ergebnis:
Bei kleinen Körpern wie Mimas (≈ 400 km Durchmesser) kann der Druck so weit sinken, dass Wasser zu sieden beginnt.
Was sagen die Forscher?
Studienautor Max Rudolph, Professor für Erd- und Planetenwissenschaften, erklärt:
„Wir untersuchen, wie sich eisige Monde über Millionen von Jahren entwickeln – und wie Ozeanwelten unter der Oberfläche aussehen könnten.“
Das Team beschreibt zwei mögliche Szenarien, wenn die Eisschicht dünner wird:
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Bei kleinen Eismonden (Mimas, Enceladus, Miranda)
Druck fällt ab → Wasser erreicht Siedepunkt → Wasserdampf steigt auf.
Dieses Kochen könnte Grate, Klippen und andere Oberflächenformen erklären. -
Bei grösseren Eismonden (Europa, Ganymed)
Die Eisschicht reisst, bevor Wasser zu kochen beginnt.
Geologisch tot – aber innen lebendig
Mimas’ Oberfläche zeigt kaum geologische Aktivität.
Die Studie erklärt erstmals, wie ein Mond völlig ruhig aussehen kann, während darunter ein Ozean brodelt.










