Die Schweizer Inflation ist im August 2026 deutlich auf 0,8 Prozent gestiegen. Haupttreiber waren unter anderem höhere Energiepreise. Das erhöht zwar den Druck auf die Schweizerische Nationalbank (SNB), den Leitzins irgendwann wieder anzuheben. Für Saron-Hypotheken zeichnet sich kurzfristig jedoch noch keine deutliche Verteuerung ab.
Inflation steigt stärker als erwartet
Der Landesindex der Konsumentenpreise stieg im August gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Teuerung damit bei 0,8 Prozent, nach 0,4 Prozent im Juli. Verantwortlich waren unter anderem höhere Preise für Benzin, Diesel und Heizöl sowie steigende Wohnungsmieten.
Der Anstieg kam überraschend deutlich. Die Energiepreise spielen dabei eine zentrale Rolle, während die zugrunde liegende Teuerungsentwicklung wesentlich moderater ausfällt. Das ist für die SNB entscheidend, weil ein vorübergehender Anstieg bei Energiepreisen nicht automatisch eine geldpolitische Reaktion auslösen muss.
Die SNB hatte ihren Leitzins zuletzt im Juni bei 0 Prozent belassen. Bereits damals verwies sie auf die gestiegenen Energiepreise, gleichzeitig bezeichnete sie den mittelfristigen Inflationsdruck als praktisch unverändert.
Für die nächste geldpolitische Lagebeurteilung am 24. September 2026 wird deshalb weiterhin mit einem unveränderten Leitzins gerechnet. Eine Zinserhöhung bereits im September gilt am Markt als wenig wahrscheinlich. Auch eine Umfrage unter Schweizer Banken Ende August zeigte, dass die Mehrheit bis Ende 2026 mit einem SNB-Leitzins von 0 Prozent rechnet.
Saron bleibt vorerst nahe null
Für Besitzer einer Saron-Hypothek ist insbesondere der kurzfristige Geldmarktzins entscheidend. Der SARON lag Anfang September bei rund -0,04 Prozent, während der SNB-Leitzins bei 0 Prozent lag.
Eine einzelne Inflationszahl bedeutet deshalb noch nicht, dass Saron-Hypotheken unmittelbar teurer werden. Erst wenn die SNB ihren Leitzins tatsächlich anhebt, würde sich der Saron normalerweise entsprechend nach oben bewegen. Für Schuldner mit einer Saron-Hypothek wäre dies je nach vertraglicher Marge des jeweiligen Finanzinstituts mit höheren Zinskosten verbunden.
An den Schweizer Zinsmärkten war nach den jüngsten Inflationsdaten bislang ebenfalls keine starke Reaktion zu beobachten. Die für Hypotheken wichtigen kurzfristigen Swapsätze bewegten sich nur begrenzt. Das spricht dafür, dass die Marktteilnehmer derzeit weiterhin eher von einer abwartenden SNB ausgehen.
Zinserhöhung 2027 wird wahrscheinlicher
Mittelfristig hat sich das Bild allerdings verändert. Eine dauerhaft höhere Inflation könnte den Druck auf die SNB erhöhen, den Leitzins wieder über null Prozent anzuheben.
Entscheidend wird dabei sein, ob die höhere Teuerung auf weitere Bereiche der Wirtschaft übergreift. Die SNB erwartet grundsätzlich, dass der Einfluss der gestiegenen Energiepreise mit der Zeit wieder nachlässt. In ihrer Juni-Prognose ging sie davon aus, dass die Inflation zunächst noch leicht steigt und in der ersten Hälfte 2027 wieder etwas zurückgeht.
Für Saron-Schuldner bedeutet dies: Kurzfristig besteht kein Grund für eine starke Zinsbewegung, das Risiko einer Zinserhöhung im Jahr 2027 ist aber gestiegen. Entscheidend werden die kommenden Inflationsdaten, die Entwicklung der Energiepreise und die nächste geldpolitische Einschätzung der SNB sein.
Wer eine Saron-Hypothek abgeschlossen hat, sollte deshalb insbesondere die Entwicklung des SNB-Leitzinses und des SARON beobachten. Eine Erhöhung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte würde sich grundsätzlich auch auf die Finanzierungskosten auswirken – allerdings hängt die tatsächliche Belastung von der individuellen Hypothekarmarge und den Vertragsbedingungen ab.
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