Milliarden für das Finanzamt – Südkorea schaut ganz genau hin
Seit Jahren wird spekuliert, gestritten und beobachtet: Wird die Samsung-Familie ihre gigantische Erbschaftssteuer wirklich zahlen?
Jetzt ist klar – sie muss. Denn im April wird die letzte Tranche fällig. Und: Um die Zahlung zu stemmen, verkauft die Familie Samsung-Aktien im Wert von rund 1,92 Milliarden US-Dollar.
Worum geht es genau?
Nach dem Tod von Samsung-Patriarch Lee Kun-hee im Jahr 2020 erbte seine Familie ein Vermögen von schätzungsweise über 16 Milliarden Dollar. Mit dem Erbe kam auch die Steuerlast – und die ist in Südkorea gewaltig: bis zu 60 Prozent bei Kontrollanteilen an Unternehmen.
Insgesamt geht es um etwa 8,1 Milliarden US-Dollar Erbschaftssteuer, aufgeteilt über mehrere Jahre. Laut Medienberichten soll dies eine der höchsten Erbschaftssteuerzahlungen weltweit sein.
Steuerlast gegen öffentlichen Druck
Die Frage, ob die Familie Lee dieser Verpflichtung wirklich nachkommen würde, dominierte jahrelang die politische Debatte. Auch weil in Südkorea viele Superreiche versuchen, über Stiftungen oder juristische Tricks ihre Steuerlast zu senken.
Lee Jae-yong, Sohn des verstorbenen Firmengründers, versprach damals öffentlich:
«Ich werde dafür sorgen, dass es keine Kontroversen bezüglich meines Erbes mehr geben wird.»
Jetzt muss er liefern.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Aktienverkauf zeigt Ernst der Lage
Wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, veräußerte die Familie kürzlich Samsung-Aktien im Wert von 2,8 Billionen Won (umgerechnet 1,92 Mrd. USD), um die letzte Steuerzahlung zu leisten. Ein klares Zeichen: Die Verpflichtungen werden tatsächlich erfüllt.
Der Verkauf war notwendig, um ausreichend Liquidität für die April-Rate zu schaffen. Bereits in den Vorjahren hatte die Familie Vermögenswerte abgestossen – unter anderem Kunstwerke, Immobilien und Anteile an Tochterfirmen.
Samsung – mehr als ein Techkonzern
Samsung ist nicht nur Smartphone-Hersteller. Der Konzern produziert Mikrochips, Haushaltsgeräte, betreibt Krankenhäuser, Hotels, Modehäuser – und steht laut Schätzungen für etwa 20 Prozent des südkoreanischen Bruttoinlandsprodukts.
Südkorea wird oft als „Samsung-Republik“ bezeichnet – wegen des enormen politischen Einflusses, den der Konzern über Jahrzehnte ausübte. Der Fall Lee zeigt nun auch eine andere Seite: öffentliches Verantwortungsbewusstsein unter hohem Druck.
Was bedeutet das für andere Länder?
Viele fragen sich nun: Wäre diese Steuerzahlung auch ohne öffentlichen Druck erfolgt? Und: Was bedeutet das für Erbschaftsregelungen anderswo – etwa in Deutschland?
Dort ist das Thema ebenfalls umstritten. Erst Anfang 2026 brachte die SPD ein neues Konzept ein: Höhere Freibeträge für mittlere Erbschaften, aber zugleich eine höhere Besteuerung sehr grosser Vermögen. Die CDU und Wirtschaftsverbände lehnen das ab.
Südkorea liefert jetzt ein Beispiel:
Transparenz + öffentlicher Druck = tatsächliche Steuerzahlung.










