Die Kassen des Kremls füllen sich langsamer als erwartet
Der Start ins Jahr 2026 verläuft für Russland wirtschaftlich düster. Die Regierung in Moskau rechnet mit massiven Einnahmeausfällen – insbesondere im Öl- und Gassektor, der bislang eine tragende Säule des russischen Staatshaushalts war.
Bereits im Januar zeichnet sich ab, dass die erwarteten Erlöse aus dem Energiegeschäft deutlich unter den Prognosen liegen werden. Das sorgt nicht nur für finanzielle Engpässe, sondern auch für politischen Druck.
Einbruch bei Energieerlösen – Haushaltslücke zum Jahresstart
Wladimir Kolitschew, Vize-Finanzminister Russlands, erklärte unlängst, dass angesichts der aktuell niedrigen Ölpreise mit deutlichen Defiziten zu rechnen sei. Der Haushalt für Januar 2026 könne bis zu 232 Milliarden Rubel weniger einnehmen als geplant.
Die Ausgaben bleiben hingegen hoch, vor allem zu Jahresbeginn – wodurch sich eine beträchtliche Lücke auftut. Im vergangenen Jahr hatte der Kreml mit 10,564 Billionen Rubel aus Öl- und Gaseinnahmen gerechnet. Doch Schätzungen unabhängiger Ökonomen gehen nun davon aus, dass die tatsächlichen Einnahmen nur zwischen 7,5 und 7,8 Billionen Rubel betragen könnten. Laut merkur.de beruft sich die russische Nachrichtenagentur Interfax dabei auf Berechnungen des Ökonomen Dmitri Polewoi und Finanzdaten aus Moskau.
Steuererhöhungen sollen Ausfälle kompensieren
Der Kreml hat bereits reagiert: Zum Jahreswechsel wurde der Mehrwertsteuersatz von 20 auf 22 Prozent angehoben. Damit sollen die Verluste aus dem Energiehandel zumindest teilweise aufgefangen werden.
Doch die Erhöhung zeigt sofort Wirkung – laut russischen Medien ist die Teuerung im Inland spürbar gestiegen. In der ersten Januarhälfte wurden in mehreren Regionen schnellere Preissteigerungen als erwartet beobachtet, was zusätzlich auf die Bevölkerung drückt.
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Internationale Sanktionen zeigen Wirkung
Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Seit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine hat der Westen massive Sanktionen gegen den russischen Energiesektor verhängt. Dazu zählen:
die Preisobergrenze für russisches Öl
Exportbeschränkungen
Sanktionen gegen Ölgiganten wie Lukoil und Rosneft
gezielte Massnahmen gegen die sogenannte „Schattenflotte“ russischer Öltanker
Trotz aller Umgehungsversuche – etwa durch Exporte nach China oder Indien – zeigen diese Massnahmen nun deutlich Wirkung.
Prognose: Budget bleibt unter Druck
Russland kalkuliert für 2026 mit Gesamteinnahmen von 40,283 Billionen Rubel. Doch schon jetzt wird klar: Der Anteil aus dem Öl- und Gasgeschäft wird geringer ausfallen als geplant. Laut Reuters könnten die Einnahmen im Januar um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr sinken.
Auch der angenommene Ural-Ölpreis von 59 US-Dollar pro Barrel wird als zu optimistisch eingeschätzt. Das Risiko: Eine instabile Einnahmelage bei gleichzeitig wachsenden Ausgaben – etwa für Sozialleistungen, Rüstung und Infrastruktur – gefährdet langfristig die Handlungsfähigkeit des Staates.
Wirtschaftlich angeschlagen – politisch unter Druck
Russland steht vor einem schwierigen Finanzjahr. Die Einbrüche im Öl- und Gassektor verschärfen die Lage spürbar – trotz Steuererhöhungen und Optimismus aus dem Kreml.










