Russland hat Kiew erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. In mehreren Stadtteilen wurden Explosionen und Brände gemeldet, während die Behörden die Bevölkerung zum Aufenthalt in Schutzräumen aufforderten. Gleichzeitig meldete Russland eine grosse ukrainische Drohnenangriffswelle auf die Region Moskau. Die Angaben der Kriegsparteien konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Explosionen und Brände in Kiew
In der ukrainischen Hauptstadt waren in der Nacht erneut Explosionen zu hören. Bürgermeister Vitali Klitschko forderte die Bevölkerung über Telegram auf, in den Schutzräumen zu bleiben. Nach seinen Angaben brachen in zwei Stadtbezirken Brände aus, zu deren Bekämpfung die Feuerwehr ausrückte.
Laut GMX, das sich auf Angaben der ukrainischen Behörden und russischer Stellen beruft, wurden neben Kiew auch weitere ukrainische Städte angegriffen. Die ukrainische Luftwaffe meldete den Einsatz von Raketen, Gleitbomben und Drohnen gegen verschiedene Landesteile.
Zu den genannten Zielen gehörten unter anderem Krementschuk und Krywyj Rih. Über das genaue Ausmass der Schäden und mögliche weitere Opfer lagen zunächst keine unabhängig bestätigten Angaben vor.
Russland meldet massive Drohnenangriffe
Während Russland Kiew mit Raketen angriff, meldeten die Behörden in Moskau eine umfangreiche ukrainische Drohnenangriffswelle. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, die Region der russischen Hauptstadt sei in der Nacht mit rund 600 Drohnen angegriffen worden.
Nach Angaben Sobjanins wurden 201 Drohnen über der Region Moskau durch die Luftabwehr zerstört. Ein grosser Teil der Drohnen sei bereits beim Anflug auf die Region abgefangen worden. Der Bürgermeister meldete zudem drei Verletzte, machte zunächst aber keine Angaben zu grösseren Schäden.
Die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete ebenfalls über die Angaben des Bürgermeisters. Die ukrainische Nachrichtenseite «Kyiv Independent» berichtete unterdessen, dass bei den Angriffen unter anderem Industrieanlagen sowie ein Lager des Online-Händlers Wildberries getroffen worden seien.
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Eine der grössten bisherigen Drohnenwellen
Sollten sich die russischen Angaben bestätigen, wäre der Angriff eine der grösseren bisher gemeldeten ukrainischen Drohnenoffensiven gegen die Region Moskau. Ende Juli hatten russische Behörden von rund 390 Drohnen innerhalb einer Nacht berichtet. Anfang Juli war von 452 Drohnen die Rede.
Die Angaben zu den jeweiligen Angriffen stammen von den beteiligten Kriegsparteien und konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Unklar blieb daher auch, welche Schäden tatsächlich entstanden sind und wie viele Ziele getroffen wurden.
Ukraine unter Druck bei Raketenabwehr
Die erneuten russischen Raketenangriffe treffen die Ukraine zu einem Zeitpunkt, an dem die Luftverteidigung des Landes unter erheblichem Druck steht. Besonders ballistische Raketen sind wegen ihrer hohen Geschwindigkeit und Flugbahn schwierig abzufangen.
Als eines der wichtigsten Systeme zur Abwehr solcher Raketen gelten die in den USA entwickelten Patriot-Systeme. Die Ukraine verfĂĽgt ĂĽber mehrere dieser Systeme, allerdings fehlt es nach den vorliegenden Angaben an ausreichenden Abfangraketen.
Der Mangel an Abfangmunition erschwert damit die Verteidigung Kiews und anderer ukrainischer Städte gegen russische Raketenangriffe. Gleichzeitig setzt die Ukraine bei ihren Angriffen auf russisches Gebiet vor allem auf Drohnen.
Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine dauert seit mehr als vier Jahren an. Beide Seiten greifen weiterhin Ziele im jeweils gegnerisch kontrollierten Gebiet an, während die Angaben zu Schäden und militärischen Erfolgen häufig nur schwer unabhängig überprüft werden können.






