Nach Angaben der moldauischen Behörden sind erneut russische Drohnen und Raketen in den Luftraum des Landes eingedrungen und auf moldauischem Gebiet eingeschlagen. Es entstanden leichte Schäden, Verletzte wurden nicht gemeldet. Moldau bestellte daraufhin den russischen Botschafter ein.
Nach offiziellen Angaben sind mehrere russische Luftangriffswaffen auf moldauischem Staatsgebiet eingeschlagen. Präsidentin Maia Sandu erklärte auf der Plattform X, fünf russische Waffen, darunter «Banderol»-Raketen und Drohnen, hätten den moldauischen Luftraum verletzt und seien auf dem Staatsgebiet explodiert.
Nach Angaben der moldauischen Armee waren in mehreren Ortschaften im Südosten des Landes Explosionen zu hören. Die Behörden meldeten leichte Sachschäden. Menschen seien bei den Vorfällen nicht verletzt worden.
Moldau bestellt russischen Botschafter ein
Als Reaktion auf die erneuten Luftraumverletzungen bestellte das moldauische Aussenministerium am Samstag den russischen Botschafter ein. Chisinau forderte Moskau nach eigenen Angaben auf, solche Vorfälle künftig zu verhindern.
Die proeuropäische Präsidentin Maia Sandu erklärte, die Ereignisse zeigten, dass der russische Krieg gegen die Ukraine «Moldau erreicht». «Moskau bringt in ganz Europa Menschenleben in Gefahr und muss gestoppt werden», schrieb Sandu.
Laut GMX wurde der russische Botschafter damit innerhalb weniger Tage bereits zum zweiten Mal einbestellt. Ende September hatte die moldauische Regierung eine Zunahme von Drohnenvorfällen kritisiert, die wiederholt zu einer Schliessung des moldauischen Luftraums geführt hatten.
Mehr als 80 Luftraumverletzungen seit 2022
Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 hat Moldau nach eigenen Angaben 81 Luftraumverletzungen registriert. Dabei soll es sich um Raketen und Drohnen russischer und iranischer Herstellung gehandelt haben. Allein in diesem Jahr wurden demnach 44 entsprechende Vorfälle gezählt.
Auch andere europäische Staaten haben zuletzt vermehrt über Drohnen in ihrem Luftraum berichtet. Dazu gehört das benachbarte Rumänien.
Anfang September soll zudem ein Flugzeug mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an Bord beim Start in Moldau beinahe von einer Drohne getroffen worden sein. Die wiederholten Vorfälle sorgen in Chisinau für wachsende Besorgnis über die Auswirkungen des Krieges in der benachbarten Ukraine.






