Die ukrainische Polizei hat ein Video veröffentlicht, das einen mutmasslichen Drohnenangriff auf einen Zivilisten in Cherson zeigen soll. Der Mann wurde auf einem Markt verfolgt und verletzt. Die ukrainischen Behörden sprechen von einem weiteren möglichen Kriegsverbrechen. Russland hat die Vorwürfe bislang nicht bestätigt.
Video soll Angriff auf Marktstand zeigen
Die ukrainische Nationalpolizei hat Aufnahmen veröffentlicht, die nach ihren Angaben einen Angriff einer russischen Drohne auf einen Zivilisten in der Stadt Cherson zeigen. Auf dem Video soll zu sehen sein, wie eine Drohne einen Mann auf einem Bauernmarkt verfolgt, bevor es zu einer Explosion kommt.
Der Mann war laut den ukrainischen Behörden als Verkäufer von Gemüse und Obst tätig. Er habe keine Anzeichen gezeigt, ein bewaffneter Kämpfer zu sein. Die Polizei erklärte deshalb, der Angriff richte sich gezielt gegen einen Zivilisten.
Laut Euronews berichteten die ukrainischen Behörden, dass der 52-jährige Verkäufer den Angriff überlebte, jedoch Explosionsverletzungen, Splitterwunden und eine Gehirnerschütterung erlitt. Die Polizei wertet die Aufnahmen als Beleg für einen weiteren mutmasslichen Verstoss gegen das humanitäre Völkerrecht.
Die ukrainischen Strafverfolgungsbehörden erklärten, sie würden den Vorfall dokumentieren und weitere Untersuchungen durchführen.
Today, many were shocked by yet another video of the drone “safari” Russians are carrying out against civilians in Kherson. A Russian drone deliberately hunted down a man selling vegetables and detonated right next to him. The Russians even admitted to the crime, showing zero… pic.twitter.com/uGjC7esFwR
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) August 4, 2026
Selenskyj spricht von Angriffen gegen Zivilbevölkerung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Aufnahmen als Beispiel für eine gezielte Strategie gegen Zivilisten in der Region Cherson. Er sprach von einer sogenannten «Drohnen-Safari» und warf den russischen Streitkräften vor, bewusst Menschen anzugreifen.
Nach Angaben Selenskyjs zeige der Vorfall, dass internationale Unterstützung und zusätzlicher Druck notwendig seien. Die Ukraine fordert weitere Massnahmen, um die Fähigkeiten Russlands zur Kriegsführung einzuschränken.
Die russische Seite hat zu den konkreten Vorwürfen bisher keine Stellungnahme abgegeben.
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Drohnenangriffe in Cherson nehmen zu
Nach Angaben der ukrainischen Behörden werden in der Region Cherson regelmässig Drohnen gegen zivile Ziele eingesetzt. Betroffen seien unter anderem Fahrzeuge, öffentliche Verkehrsmittel und Rettungskräfte.
Allein am Sonntag seien in der Region 18 Zivilisten verletzt und zwei Menschen getötet worden, teilten ukrainische Stellen mit. Unabhängige Bestätigungen dieser Angaben liegen nicht vor.
Die Stadt Cherson liegt am westlichen Ufer des Dnipro und befindet sich nahe den von Russland kontrollierten Gebieten auf der anderen Flussseite. Wegen dieser Nähe steht die Stadt seit Beginn der russischen Besetzung weiter Teile der Region unter häufigem Beschuss.
Schutzmassnahmen gegen Drohnenangriffe
Um die Bevölkerung besser zu schützen, wurden in Cherson verschiedene Massnahmen umgesetzt. Dazu gehören unter anderem Schutznetze, die über wichtige Zufahrtsstrassen gespannt wurden und Drohnenangriffe erschweren sollen.
Die Sicherheitslage in der Region bleibt angespannt. Während die ukrainischen Behörden weitere Angriffe dokumentieren, dauern die Kämpfe entlang der Frontlinien weiter an.






