Der Uhrenhersteller Rolex lässt den Luftraum über seiner neuen Fabrik in Bulle FR überwachen. Bis Ende 2032 gilt dort eine Flugbeschränkung für Drohnen. Grund sind Sicherheitsbedenken wegen möglicher Spionage, Sabotage und unerlaubter Aufnahmen auf dem rund eine Milliarde Franken teuren Bauprojekt.
Rolex reagiert auf zunehmende Drohnensichtungen
Rolex investiert in Bulle im Kanton Freiburg rund eine Milliarde Franken in ein neues Produktionswerk. Die Anlage soll künftig rund 1000 Mitarbeitenden Platz bieten und gehört zu den grössten Industrieprojekten des Schweizer Uhrenkonzerns.
Zum Schutz der Baustelle wurde eine offizielle Flugbeschränkung eingerichtet. Drohnen mit einem Gewicht von weniger als 30 Kilogramm dürfen das Areal bis Ende 2032 nicht überfliegen. Die zuständigen Behörden können bei Verstössen eingreifen und unerlaubte Fluggeräte abfangen oder beschlagnahmen.
Als Begründung wird eine zunehmende Zahl von Drohnensichtungen genannt. Für Rolex stehen dabei insbesondere der Schutz von Betriebsgeheimnissen und die Sicherheit auf dem Gelände im Vordergrund.
Bereits im Mai 2025 war es auf der Baustelle zu einem Einbruch gekommen. Dabei wurde Material im Wert von über 100’000 Franken entwendet. Ob ein Zusammenhang mit möglichen Drohnenaktivitäten besteht, ist nicht bekannt.
Schweizer Firmen rüsten gegen Drohnen auf
Die Massnahmen bei Rolex stehen für eine breitere Entwicklung in der Schweizer Wirtschaft. Drohnen werden längst nicht mehr nur im Zusammenhang mit Flughäfen, Militäranlagen oder kritischer Infrastruktur diskutiert. Auch private Unternehmen beschäftigen sich zunehmend mit dem Schutz ihrer Standorte.
Besonders betroffen sind Firmen mit sensiblen Produktionsprozessen, wertvollen Technologien oder vertraulichen Entwicklungsprojekten. Moderne Drohnen können nicht nur Bilder aufnehmen, sondern je nach Ausstattung auch Informationen sammeln oder Sicherheitslücken ausnutzen.
Der Telekomkonzern Swisscom bestätigt eine steigende Nachfrage nach Lösungen zur Drohnenerkennung. Mit speziellen Systemen zur Überwachung des Luftraums über Firmenarealen reagieren Unternehmen auf neue Sicherheitsrisiken.
Experten warnen, dass die Möglichkeiten von Drohnen zur Wirtschaftsspionage häufig unterschätzt werden. Neben klassischen Fotoaufnahmen könnten entsprechend ausgerüstete Geräte auch Bewegungsmuster analysieren oder technische Informationen sammeln.
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Detektion statt Abschuss: Unternehmen setzen auf Überwachung
Private Unternehmen dürfen in der Schweiz Drohnen nicht einfach mit Störsendern stoppen oder vom Himmel holen. Aktive Abwehrmassnahmen sind rechtlich stark eingeschränkt und grundsätzlich Sache der Behörden.
Deshalb setzen viele Firmen zunächst auf sogenannte Detektionssysteme. Diese erkennen, ob sich ein Flugobjekt im geschützten Bereich befindet und ermöglichen eine schnelle Reaktion.
Zum Einsatz kommen unter anderem Radiofrequenz-Scanner, Radar und optische Kameras. Mithilfe künstlicher Intelligenz können Funksignale analysiert und bestimmte Drohnenmodelle erkannt werden.
Matthias Nyfeler von der ZHAW beschäftigt sich mit KI-gestützter Drohnenerkennung. Solche Systeme könnten helfen, verdächtige Flugbewegungen frühzeitig zu erkennen und Sicherheitsmassnahmen einzuleiten.
Für Unternehmen ist vor allem die Kombination aus Erkennung und internen Schutzprozessen entscheidend. Wird eine unbekannte Drohne registriert, können beispielsweise sensible Bereiche abgeschirmt oder IT-Systeme zusätzlich geschützt werden.
Rolex hält sich zu Sicherheitsmassnahmen bedeckt
Rolex äussert sich nicht konkret zu den eigenen Schutzmassnahmen. Das Unternehmen erklärt, dass die Sicherheit von Mitarbeitenden, Aktivitäten und Informationen eine hohe Bedeutung habe und Risiken regelmässig überprüft würden.
Zu operativen Sicherheitsabläufen mache man aus Vertraulichkeitsgründen jedoch keine Angaben.
Neben dem neuen Werk in Bulle beschäftigt sich Rolex offenbar auch am Hauptstandort in Biel BE mit möglichen Massnahmen gegen Drohnen. Der Konzern bestätigt dies nicht im Detail.
Die Entwicklung zeigt: Der Schutz sensibler Unternehmensbereiche verlagert sich zunehmend auch in den Luftraum. Für Firmen werden Drohnen damit zu einem neuen Bestandteil der Sicherheitsplanung.






